Kurz vor Beginn des Weihnachtsgeschäftes hat die Gewerkschaft ver.di zu einem Streik beim Onlinehändler Amazon.com in Koblenz aufgerufen. Der Ausstand beginne in der Nacht zum Montag und sei zunächst bis Donnerstagmorgen befristet, teilte ver.di mit. Das Unternehmen müsse die Tarifverträge für den Einzel- und Versandhandel anerkennen. Der Konzern dagegen nimmt die Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger gezahlt wird. Die Gewerkschaft fordert etwa einen Monatslohn von 2150 Euro, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie eine Begrenzung der Arbeitszeit auf 37,5 Stunden in der Woche.

Amazon müsse immer wieder mit Streiks rechnen, sollte das Unternehmen nicht mit der Tarifkommission verhandeln wollen, erklärte ver.di weiter. Ob und in welchen der anderen deutschen Standorte gestreikt wird, ließ die Gewerkschaft offen. In Koblenz betreibt Amazon ein Logistikzentrum, das so groß wie 17 Fußballfelder ist.

Der Chef von Amazon Deutschland, Ralf Kleber, hatte in der vergangenen Woche erklärt, im Weihnachtsgeschäft trotz der Streiks mit Rekordumsätzen zu rechnen. "Die Arbeitsniederlegungen haben keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Lieferversprechens." In diesem Monat waren bereits Amazon-Mitarbeiter in Leipzig in den Ausstand getreten.