Die New Yorker Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Falschangaben zum Klimawandel gegen den Ölmulti ExxonMobil. Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman habe umfangreiche Finanzdaten, sowie E-Mails und andere Dokumente von Exxon angefordert, berichtet die New York Times unter Berufung auf mit den Ermittlungen vertraute Personen.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehe die Frage, ob der weltgrößte Ölkonzern Öffentlichkeit und Anleger über mögliche Folgen des Klimawandels belogen hat. Exxon soll Anleger nicht ausreichend über die finanziellen Risiken des Klimawandels, beziehungsweise der dadurch nötig gewordenen Begrenzung fossiler Brennstoffe, informiert haben. Über mindestens zehn Jahre soll Exxon Studien finanziert haben, um die Klimaforschung zu beeinflussen.

Der Ölkonzern wies den Vorwurf, die Folgen des Klimawandels systematisch verschleiert zu haben, zurück. In einer Stellungnahme verweist das Unternehmen auf mehrere Studien, die auf Blogs und Websites des Konzerns abrufbar sind. Damit habe man die Risiken des Klimawandels gegenüber Investoren stets offengelegt.

Bereits vor einer Woche hatte die Los Angeles Times berichtet, dass Exxon durch interne Studien seit Langem über die Auswirkungen des Klimawandels informiert war. Trotzdem habe der Konzern in den 1990er Jahren Gruppierungen finanziert, die die Risiken geleugnet hätten. Die Ermittlungen gegen ExxonMobil laufen nach Angaben der New York Times seit ungefähr einem Jahr. Aus demselben Verdacht heraus ermittelt die New Yorker Staatsanwaltschaft laut der Zeitung bereits seit zwei Jahren auch gegen den größten Kohleproduzenten der USA, Peabody Energy.

Dem Bericht zufolge könnten sich auch die Strafbehörden anderer US-Bundesstaaten in die Ermittlungen einschalten. Das könnte jahrelange Untersuchungen und Prozesse auch gegen andere Ölmultis in den USA auslösen. Rechtsexperten vergleichen den Fall mit den jahrzehntelangen Ermittlungen gegen amerikanische Tabakkonzerne, die die Öffentlichkeit in den 1950er und 1960er Jahren mit eigenen Studien davon überzeugen wollten, dass Rauchen keine negativen gesundheitlichen Folgen habe. 2006 war der Tabakkonzern Philip Morris für schuldig befunden worden, die Öffentlichkeit jahrelang betrogen zu haben.