Der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn steht offenbar noch bei VW unter Vertrag. © Fabian Bimmer/Reuters

Der frühere VW-Chef Martin Winterkorn wird laut Medienberichten bis zum Auslaufen seines Vertrags Ende 2016 bei dem Autohersteller angestellt bleiben. Winterkorn habe zwar seinen Posten als Vorstandsvorsitzender geräumt, doch sei sein bis Ende kommenden Jahres laufender Vertrag nicht aufgelöst worden, berichtete das Handelsblatt am Freitag nach einer gemeinsamen Recherche mit der ZDF-Sendung Frontal21.

Die Medien zitieren Aufsichtsratskreise, wonach VW sich mit Winterkorn geeinigt habe, ihn bis zum Ende seines Vertrags gemäß der Vereinbarung zu bezahlen. Auch der Nachrichtenagentur berichtet unter Berufung auf zwei Insider, dass Winterkorn weiterhin auf der Gehaltsliste stehe. Ein VW-Sprecher sagte, man kommentiere keine Vertragsangelegenheiten.

Ursprünglich wollte VW die Verbindung zu Winterkorn möglichst schnell kappen. Der damals amtierende Aufsichtsratschef Berthold Huber sei am 25. September beauftragt worden, Gespräche über eine Aufhebung des Vertrags zu führen, berichtete das Handelsblatt unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Die Kontrolleure, vor allem die Vertreter des Landes Niedersachsen und des Betriebsrates, hätten aber schließlich einen Aufschrei bei einer hohen Abfindung befürchtet, berichtete das Handelsblatt.

Mit zuletzt 15,86 Millionen Euro pro Jahr war Winterkorn laut dem Bericht der am besten bezahlte Dax-Manager. Wegen des Abgasskandals legte Winterkorn auch seine Ämter als Audi-Aufsichtsratschef und als Chef der Porsche Holding nieder.

Der Volkswagen-Konzern hatte im September zugeben müssen, dass weltweit bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Manipulationssoftware eingesetzt wurde, die den Stickoxid-Ausstoß im Testbetrieb als zu niedrig auswies. Winterkorn war daraufhin am 23. September zurückgetreten.