Die Immobiliengesellschaft Vonovia darf das Konkurrenzunternehmen Deutsche Wohnen übernehmen. Das Bundeskartellamt billigte die Übernahme ohne Auflagen. Zur Begründung hieß es, durch Privatvermieter, kommunale Wohnungsunternehmen, Wohnungsbaugenossenschaften und gewerbliche Anbieter bestehe noch immer ausreichend Konkurrenz. Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, teilte mit, dass eine Monopolstellung des Marktführers Vonovia "nicht zu erwarten" sei.

Die größte deutsche Wohnungsgesellschaft bietet ihrer Konkurrentin nun 14 Milliarden Euro für die Übernahme an. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP lehnt die Deutsche Wohnen selbst die Fusion ab, über die nun ihre Eigner abstimmen werden. Nach erfolgreicher Übernahme der 147.000 Wohnungen hätte Vonovia rund 514.000 Mietwohnungen in der Hand – das sind etwa so viele, wie der Bundesregierung zur Unterbringung von Flüchtlingen fehlen.

Das Unternehmen Vonovia war erst im Dezember 2014 aus einer Fusion der Immobiliengesellschaften Deutsche Annington und Gagfah entstanden. Seit ihrem Börsengang unter Vorstandschef Rolf Buch kauft die Gesellschaft aggressiv Wohnungsgesellschaften in ganz Deutschland auf. Im September 2015 überflügelte sie mit ihren Umsätzen den Chemiekonzern Lanxess und stieg zum Dax-Unternehmen auf.