Im Skandal um manipulierte Abgaswerte muss Volkswagen sich in den USA mit Hunderten von Klägern vor einem Gericht in Kalifornien auseinandersetzen. Um die zahlreichen Verfahren gegen den Konzern zu vereinfachen, entschied ein Gremium der US-Justiz am Dienstag in New Orleans, über 500 Klagen bei dem Bezirksrichter Charles Breyer in San Francisco zu bündeln.

Der Ausschuss wandte sich damit gegen 27 andere Distrikte, die als Gerichtsstandort vorgeschlagen worden waren. Die Anwälte von VW hatten sich für Michigan und Virginia eingesetzt. "Wir haben die Anweisung des Gerichts erhalten und werden das Unternehmen in diesen Fällen energisch verteidigen", teilte die US-Tochter von VW mit.

Das Rechtsgremium begründete die Entscheidung für Kalifornien damit, dass dort fast ein Fünftel aller Klagen eingereicht worden seien. Zudem hob es die wichtige Rolle der kalifornischen Umweltbehörde CARB bei der Aufdeckung des Betrugsfalls hervor.

Für den nun zuständigen Richter Breyer spreche seine Erfahrung mit komplexen und staatsübergreifenden Rechtskonflikten. Breyer ist 74 Jahre alt und seit 1997 Bundesrichter. Für VW geht es bei den Zivilklagen vor allem um Vorwürfe von Autobesitzern wegen Betrugs und Vertragsbruchs.