Brandgefahren in der Adventszeit – das Wohnungsportal Wimdu schützt die Vermieter nicht vor den Schäden. © Soeren Stache/dpa

Das Online-Wohnungsportal Wimdu verwehrt dem Vermieter Schadensersatz bei mutwilliger Zerstörung der angemieteten Wohnung durch den Mieter. Obwohl Wimdu, ein Unternehmen, das zu Rocket Internet gehört, auf seiner Website mit einer "Versicherung im Schadensfall von bis zu 500.000 Euro" wirbt, leistet es bei vorsätzlicher Zerstörung durch den Mieter, anders als der Konkurrent Airbnb, keinen Schadensersatz. Dies haben Recherchen der ZEIT ergeben. 

Zwar gehöre die Versicherung im Schadenfall von bis zu 500.000 Euro zu den Wimdu-Versprechen. Jedoch gehe aber aus der Website des Unternehmens nicht hervor, wofür sie eigentlich gilt, sagte Matthias Schlusche, Schadensexperte bei der Ergo Direkt Versicherung, der den Vermieterschutz von Airbnb und Wimdu für DIE ZEIT analysiert hat. 

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Wimdu selbst teilte auf ZEIT-Anfrage mit, bei der beworbenen Versicherung handele es sich um eine "subsidiäre Haftpflichtversicherung" für den Mieter, also eine Versicherung, die nur greife, wenn der Mieter einen Schaden anrichtet, selbst aber nicht haftpflichtversichert sei. Diese Versicherung gelte nicht für "Straftaten wie Diebstahl oder Vandalismus jeglicher Art (vorsätzliche Straftaten)". Das bedeutet: Wenn ein Mieter eine Wohnung absichtlich zerstört, lässt Wimdu den Vermieter damit allein. Bei Airbnb, sagte Schlusche, seien grundsätzlich Schäden an der Wohnung und am Inventar bis zu einer Höhe von 800.000 Euro versichert. Das gelte auch im Fall von Straftaten, etwa vorsätzlicher Zerstörung durch den Mieter. 

Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg sieht im Fall von Wimdu eine "Irreführung des Kunden, die auch juristische Konsequenzen haben könne. Wer eine Versicherung in den Raum stellt, muss die Bedingungen offenlegen. Ansonsten kann sich eine Haftung auch aus dem Werbeversprechen ergeben. Man kann nicht einfach etwas hinausposaunen, dann aber hinterher nicht dafür geradestehen."