Das Renault-Logo auf einem Renault Espace © Stephane Mahe/Reuters

Französische Behörden haben Werke und Geschäftsräume des Autobauers Renault durchsucht. Angeordnet hat die Razzia eine Kommission, die das Umweltministerium zur Untersuchung des VW-Abgasskandals eingesetzt hatte. Unabhängig davon ermittele die Antibetrugs- und Wettbewerbsbehörde DGCCRF des Wirtschaftsministeriums, teilte Renault mit. Das Unternehmen arbeite mit den Behörden zusammen. Die bisherigen Tests hätten keine Hinweise auf manipulierte Abgaswerte ergeben.

Zuvor hatte ein Vertreter der französischen Gewerkschaft CTG einen Bericht bestätigt, dass vergangene Woche Geschäftsräume von Renault durchsucht wurden. Das Management habe zwar nicht bestätigt, dass es sich um die Stickoxid-Emissionen handele. "Betrachtet man aber die durchsuchten Geschäftsbereiche, könnte da ein Zusammenhang bestehen", sagte CTG-Vertreter Florent Grimaldi.

Die Nachricht von der Razzia wirkte sich deutlich auf den Aktienkurs des Autokonzerns aus. Zwischenzeitlich verlor die Renault-Aktie knapp 23 Prozent, das entspricht einem Verlust von rund fünf Milliarden Euro des Börsenwerts. Auch die Kurse anderer Autobauer gaben deutlich nach. Die Aktie des französischen Mitbewerbers PSA Peugeot Citroën sank um bis zu sieben Prozent. Volkswagen-Anteile verloren drei Prozent, BMW und Daimler büßten bis zu vier Prozent ein, Fiat 8,5 Prozent.

Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Umweltbehörde EPA zugegeben, Stickstoffwerte bei Diesel-Autos mit einer Software geschönt zu haben. Weltweit ist eine Software, die den Stickoxid-Ausstoß nur auf dem Prüfstand unter den Grenzwert senkt, in elf Millionen Autos eingebaut. Seit dem Bekanntwerden der Manipulation steht auch die Konkurrenz unter besonderer Beobachtung.