Das US-Justizministerium hat wegen des Abgasskandals eine Klage gegen Volkswagen eingereicht. Das Ministerium teilte mit, dem deutschen Autobauer werde ein Verstoß gegen den "Clean Air Act" zur Last gelegt. Dem Konzern droht damit eine Milliardenstrafe.

Die Anklage ist bei einem Bundesgericht in Detroit eingereicht worden und soll später nach Kalifornien transferiert werden. In dem US-Staat liegen bereits einige Sammelklagen von Volkswagenkunden vor. Die Möglichkeit eines strafrechtlichen Vorgehens gegen VW werde durch die Zivilklage nicht berührt, so das Ministerium. Ein Volkswagensprecher sagte in Wolfsburg: "Wir kennen die Anklageschrift noch nicht im Detail und werden sie nun zunächst prüfen." Der Konzern sie im ständigen Austausch mit den Behörden. 

Die Klage richtet sich auch gegen die vom Abgasskandal betroffenen Konzerntöchter Audi und Porsche. Insgesamt sein in 600.000 Dieselfahrzeugen in den USA, die Software eingebaut worden, mit der bei Emissionstest betrogen wurde. 

Nach Ermittlungen der US-Umweltbehörden hatte Volkswagen im September eingeräumt, in weltweit rund elf Millionen Fahrzeugen eine Schummel-Software eingesetzt zu haben, die bei Emissionstests zu einem niedrigeren Stickoxid-Ausstoß führt als auf der Straße. Bislang konnte sich der Konzern mit den US- Behörden nicht auf eine Rückrufaktion zur Beseitigung der Schadsoftware einigen.


Zuletzt hatte der Anwalt des Konzerns, Kenneth Feinberg, angekündigt einen Plan entwickeln zu wollen, wie sich der Konzern und seine US-Kunden außergerichtlich einigen können. "Wenn mein Programm so wie geplant funktioniert, dann wird der Prozess viel schneller, effizienter und kostengünstiger sein", so Feinberg.