Vonovia ist mit seinen Plänen zur feindlichen Übernahme des Rivalen Deutsche Wohnen gescheitert. Der Chef von Deutschlands größtem Wohnungsunternehmen, Rolf Buch, räumte ein, die Annahmequote für die Milliardenofferte habe nach vorläufigen Zahlen nur bei etwa 30,4 Prozent gelegen. Damit wurde die von dem Dax-Konzern geforderte Mindestannahmequote von 50 Prozent deutlich verfehlt.

Deutsche Wohnen hatte sich vehement gegen die Übernahme gewehrt und zeigte sich nun erleichtert über den Ausgang des viermonatigen Kampfes: "Unsere Argumente gegen die Transaktion haben den Markt überzeugt", sagte Unternehmenschef Michael Zahn.

Bei einem Erfolg des 14 Milliarden Euro teuren Übernahmeangebots hätte Vonovia seine Marktführerschaft auf dem deutschen Immobilienmarkt auf Jahre hinaus zementieren können. Es wäre ein Immobilienunternehmen mit mehr als 500.000 Einheiten entstanden. Vonovia war erst im Dezember 2014 aus der Fusion von Deutsche Annington und Gagfah hervorgegangen.

Die Geschichte des Unternehmens ist eingebettet in die einer beispiellosen Privatisierung von günstigem Wohnraum in Deutschland. Die Immobiliengesellschaft aus Bochum verfügt derzeit über rund 367.000 Wohnungen und drängte im September das Chemieunternehmen Lanxess aus dem Dax. Deutsche Wohnen verfügt über etwa 147.000 Wohnungen.

Vonovia hatte sich von dem Zusammenschluss Einsparungen in Millionenhöhe, etwa durch geringere Verwaltungskosten und Kostenvorteile bei der Instandhaltung der Gebäude, erhofft. Deutsche Wohnen hatte die eigenen Aktionäre vor der Annahme der Offerte gewarnt mit der Begründung, ein solcher Schritt sei "wertvernichtend". Für das Scheitern machte der Vonovia-Chef auch die derzeitigen Turbulenzen auf den Aktienmärkten verantwortlich.

Der Mieterbund Nordrhein-Westfalen zeigte sich erfreut: "Wir meinen, dass eine weitere Konzentration auf dem Wohnungsmarkt den Mietern nicht hilft und auch nicht dazu beiträgt, dass mehr Wohnungen errichtet werden", sagte der Vorsitzende des Verbandes, Hans-Jochem Witzke.