Onlinepionier - Massiver Jobabbau bei "Yahoo" Im vierten Quartal ging der Umsatz bei Yahoo um 15 Prozent zurück. Gegen Google und Facebook kann sich der Konzern derzeit nicht durchzusetzen.

Internet-Pionier Yahoo greift zu radikalen Maßnahmen, um seine Krise zu überwinden. Wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte, werde man 15 Prozent der Arbeitsplätze streichen und Vermögenswerte, vor allem Immobilien und Patente, für bis zu drei Milliarden Euro verkaufen. Die Büros in Madrid, Mailand, Dubai, Buenos Aires und Mexiko-Stadt sollen geschlossen werden.

Zudem würden "strategische Alternativen" geprüft, hieß es zur Vorlage der aktuellen Quartalszahlen. So soll die Produktpalette verkleinert und der Schwerpunkt auf Suchanfragen über Mobiltelefone und ähnliche Geräte gelegt werden.

Künftig soll es bei Yahoo drei Plattformen geben: Suche, Mail und Tumblr. Bei den Medienangeboten setzt der Konzern auf vier Themen: Nachrichten, Sport, Finanzen und Lifestyle. Als wichtigste Märkte definierte Yahoo neben den USA, Kanada, Großbritannien, Hongkong und Taiwan auch Deutschland.

Yahoo beschäftigt derzeit etwa 11.000 Mitarbeiter. Der einstige Vorreiter im Internet findet gegenwärtig aber kein Mittel, um sich gegen die Konkurrenz von Google und Facebook durchzusetzen. Probleme gibt es insbesondere mit dem Geschäft mit Online-Werbung.

Investoren nicht beeindruckt

Für das vierte Quartal gab Yahoo einen Umsatz von einer Milliarde Dollar bekannt. Der Verlust betrug 4,43 Milliarden Dollar, von dem allerdings der Löwenanteil auf eine Abschreibung zurückging. Ohne Sonderposten lag der Gewinn je Aktie bei 13 Cent und damit im Rahmen der Expertenschätzungen. Im Vorjahr hatte er 17 Cent je Aktie betragen.

Die Investoren zeigten sich von Mayers Plänen zunächst nicht beeindruckt: Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um 1,2 Prozent. Die Papiere haben in den vergangenen zwölf Monaten mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren.