Thomas Middelhoff zählte einst zu den einflussreichsten Managern Deutschlands – nun ist er ein rechtskräftig verurteilter Straftäter und muss wieder ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof hat Middelhoffs Verurteilung zu drei Jahren Haft wegen Untreue und Steuerhinterziehung bestätigt. Die Karlsruher Richter verwarfen seine Revision als unbegründet. Wann er die Haft antreten muss, ist derzeit noch unklar.

Der frühere Chef des inzwischen pleitegegangenen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor war im November 2014 vom Essener Landgericht zu drei Jahren Haft verurteilt worden, weil er sich Privatflüge mit Charterjets und Hubschraubern und eine Festschrift zu Unrecht von seinem damaligen Arbeitgeber bezahlen ließ. Middelhoff wurde noch im Gerichtssaal wegen Fluchtgefahr verhaftet, kam aber gut fünf Monate später gegen eine Kaution in Höhe von 895.000 Euro wieder frei.

 

Er selbst hat die Vorwürfe immer bestritten. Middelhoffs Anwälte hatten Haftprüfung beantragt, weil ihr Mandant nach ihrer Darstellung an einer Autoimmunerkrankung litt. Im Gefängnis sei er über Wochen am Schlafen gehindert worden, das habe das Immunsystem geschwächt. Die Essener Vollzugsanstalt wollte nach eigenen Angaben durch die regelmäßigen Sichtkontrollen einen Suizid verhindern.

 

Der Arcandor-Konzern geriet 2009 in finanzielle Schwierigkeiten. Middelhoff hat inzwischen Privatinsolvenz angemeldet.