Volkswagen verschiebt wegen ungeklärter Fragen im Abgasskandal die Vorlage seiner Jahresbilanz und die Hauptversammlung. Neue Termine seinen wegen "offener Fragestellungen im Zusammenhang mit den Folgen der Abgasthematik und den daraus resultierenden Bewertungsfragen" unerlässlich, teilte Volkswagen mit.

Volkswagen wolle durch den Schritt auch im Interesse seiner Aktionäre "größtmögliche Klarheit und Verlässlichkeit" schaffen, teilte der Konzern mit. Der Zeitplan für die Berichterstattung über die Aufklärung des Abgasskandals bleibe von der Entscheidung unberührt. VW wolle weiterhin in der zweiten April-Hälfte Rede und Antwort stehen.

Für die ursprünglich für März und April anberaumten Termine werde es "zeitnah" neue Daten geben. Zudem teilte VW mit, dass 2015 ein Gewinn vor Zinsen und Steuern "auf dem Niveau des Vorjahres" erwartet wird – jedoch vor sogenannten Sondereinflüssen wie etwa der bereits erfolgten milliardenschweren Rückstellung für die Abgasaffäre. Details zur Höhe dieser Sonderfaktoren nannte der Konzern nicht.

Auch Porsche verschiebt Jahresbilanz

Auch die Porsche Holding, die gut 50 Prozent der Stimmrechte bei VW hält, vertagte in Reaktion auf die Verschiebung bei VW die Veröffentlichung ihrer Jahresbilanz. Das Vorliegen des Jahresabschlusses der Volkswagen AG sei "zwingende Voraussetzung" für die eigene Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses, teilte der Sportwagenbauer mit. Bisher war die Porsche SE von einem Konzernergebnis nach Steuern von 0,8 Milliarden Euro bis 1,8 Milliarden Euro für 2015 ausgegangen. Diese Prognose stehe unter Vorbehalt, wiederholte ein Konzern-Sprecher.

Die Bilanz-Pressekonferenz der Porsche SE war bisher für den 15. März und die Hauptversammlung für den 4. Mai geplant. Volkswagen hatte ursprünglich vorgehabt, am 10. März in Berlin seine Jahresbilanz zu präsentieren und am 21. April seine Hauptversammlung in Hannover abzuhalten.

VW hatte im September zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Fahrzeuge unterschiedlicher Marken des Konzerns eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm beeinflusst den Ausstoß von Stickoxiden bei Tests auf dem Prüfstand, sodass die Werte geringer ausfallen als sie tatsächlich sind.