Der Güterverkehr bereitet der Bahn finanzielle Probleme. © Ralf Hirschberger/dpa

Die Deutsche Bahn hat vor allem wegen der Krise im Güterverkehr ihren ersten Verlust seit über zehn Jahren eingefahren. Unter dem Strich stehe 2015 ein Minus von 1,3 Milliarden Euro, teilte der Staatskonzern mit. Im Güterverkehr belasteten Sonderabschreibungen auf Unternehmenskäufe und Extraaufwendungen für den Konzernumbau das Ergebnis in Milliardenhöhe.

Die Güterbahn bereitet dem Unternehmen seit Jahren Probleme, weshalb hier Tausende Stellen abgebaut und Verladestellen geschlossen werden sollen. Die Verkehrsleistung von DB Cargo ging 2015 um 4,3 Prozent zurück. Im Fernverkehr dagegen stiegen die Passagierzahlen dank zahlreicher Sonderangebote trotz der Konkurrenz der Fernbusse wieder – um etwa 30 Millionen oder 1,2 Prozent auf 2,5 Milliarden.

Bahnchef Rüdiger Grube räumte ein, das Ziel für 2015 verfehlt zu haben. "Wir haben nicht das erreicht, was wir uns vorgenommen haben", sagte er. So liege auch das operative Ergebnis deutlich unter dem Vorjahreswert, "nicht zuletzt beeinträchtigt durch die Streiks" der Lokführergewerkschaft GDL.

Grube hatte angekündigt, sein Unternehmen mit dem Programm "Zukunft Bahn" zu verbessern. Es sieht vor, den Zugverkehr pünktlicher und attraktiver zu machen, etwa mit einer besseren Steuerung, früherer Fehlererkennung bei Störungen im Netz und mobilen Reparatur- und Servicetrupps. Mit mehr Effizienz vor allem in der Konzernzentrale will die Bahn innerhalb von fünf Jahren 700 Millionen Euro einsparen. Zu Grubes Plänen gehört auch ein Teilverkauf der profitablen Auslandsverkehrstochter DB Arriva und der Spedition DB Schenker Logistics. Dazu fehlt aber noch eine Entscheidung des Aufsichtsrats.

Trotz des Verlusts verlangt der Bund noch eine Dividende von seinem Unternehmen in Höhe von 850 Millionen Euro, was nur über neue Schulden finanziert werden kann. Der mit 17,5 Milliarden Euro verschuldete Konzern wird so im Laufe des Jahres weitere Kredite aufnehmen müssen.