In der Vorbereitung des Konzernumbaus hat der größte deutsche Energiekonzern E.on im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von sieben Milliarden Euro geschrieben. Wichtigster Grund für den Rekordverlust waren Wertberichtigungen von insgesamt 8,8 Milliarden Euro auf die konventionellen Kraftwerke des Konzerns. Deren Gewinnaussichten haben sich wegen des Preisverfalls im Stromgroßhandel und des Ökostrom-Booms verringert.

E.on musste im vergangenen Jahr vor allem den Wert seiner Kohle- und Gaskraftwerke weiter nach unten korrigieren. Sie bringen wegen des abgestürzten Börsenstrompreises kaum noch Geld und mussten deshalb in der Bilanz neu bewertet werden.

Einen Großteil der Abschreibungen hatte E.on bereits im dritten Quartal 2015 verbucht. Schon das Jahr 2014 hatte der Konzern mit ein Minus von 3,2 Milliarden Euro abgeschlossen. Bereinigt um Sondereffekte wie die Abschreibungen wäre der Überschuss im vergangenen Jahr stabil bei 1,6 Milliarden Euro geblieben.

Inzwischen spaltet sich E.on als Konzern auf: Das Kohle- und Gasgeschäft wurde zu Jahresbeginn in eine eigene Tochtergesellschaft namens Uniper ausgelagert. E.on selbst will sich auf das Geschäft mit den erneuerbaren Energien, den Betrieb von Energienetzen und Dienstleistungen ausrichten. Das verlustreiche Atomgeschäft muss das Unternehmen aufgrund politischen Drucks behalten. Im Laufe des Jahres soll Uniper ganz von E.on abgespalten werden.

Die Branche befinde sich in einem "grundlegenden strukturellen Umbruch", der sich auch 2016 fortsetzen werde, sagte E.on-Chef Johannes Teyssen. Die Ausrichtung von E.on und Uniper "auf zwei Energiewelten" sei darauf die richtige unternehmerische Antwort.

An seinem Dividenden-Versprechen will E.on aber trotz des Verlustes festhalten. Die Aktionäre sollen 50 Cent je Papier bekommen. Zugleich stimmte das Management aber auf längerfristig sinkende Ausschüttungen ein. Der Konkurrent RWE, der ebenfalls vor der Aufspaltung in zwei Gesellschaften für erneuerbare und konventionelle Energien steht, hatte seinen Eignern wegen der Krise die Dividende weitgehend gestrichen.