Die Börse in Frankfurt © Kai Pfaffenbach/Reuters

Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) haben ihre Fusionspläne konkretisiert. Der Vorstand der Deutschen Börse habe mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine Vereinbarung über einen Zusammenschluss auf Augenhöhe abgeschlossen, teilte der Dax-Konzern mit. Nun müssen Aktionäre und Aufseher entscheiden. Bekannt gemacht hatten die beiden Unternehmen ihre Pläne Ende Februar.

Deutsche Börse und LSE sind nach eigenen Angaben überzeugt, dass der Zusammenschluss beide Seiten stärkt und die Chance bietet, "einen führenden europäischen Anbieter für globale Marktinfrastruktur zu schaffen". Die beiden Unternehmen wollen mit der Fusion jährlich 450 Millionen Euro einsparen. Dies sei vor allem durch die gemeinsame Nutzung von Technologie und den Wegfall von Doppelarbeit möglich.

Die neue europäische Börse soll ihren rechtlichen Sitz in London und Hauptsitze in der britischen Hauptstadt sowie in Frankfurt haben. Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter soll das Gemeinschaftsunternehmen führen. Als sein Stellvertreter ist der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Börse, Joachim Faber, vorgesehen.

Nach dem Umtausch der Aktien sollen die Anteilseigner der Deutschen Börse mit 54,4 Prozent eine Mehrheit an der fusionierten Börse halten. Die LSE-Aktionäre sollen 45,6 Prozent des Grundkapitals der britischen Holdinggesellschaft UK Topco halten.

Die Chefs der beiden Unternehmen warben um Zustimmung der Aktionäre für den Zusammenschluss: "Aktionäre werden durch beschleunigtes Unternehmenswachstum und die Realisierung von Kosten- und Umsatzsynergien von diesem wertschaffenden Zusammenschluss profitieren", sagte Deutsche-Börse-Chef Kengeter, der das Unternehmen erst seit Juni führt. Der seit sieben Jahren amtierende LSE-Chef Xavier Rolet, der im Falle eines erfolgreichen Deals ausscheiden wird, bekräftigte: "Wir erhöhen den Wert für unsere Aktionäre, die von erheblichen Kosten- und Umsatzsynergien profitieren."

Für die Deutsche Börse ist es der dritte Versuch einer Fusion mit der LSE nach 2000 und 2005.