Der Handelskonzern Metro will sich aufspalten: Der Vorstand bereite die Aufteilung in zwei unabhängige, börsennotierte Geschäftseinheiten vor, teilte das Unternehmen mit. Beide Geschäftszentralen sollen in Düsseldorf als Standort bleiben.  

Das Großhandelsgeschäft Metro Cash & Carry sowie die Lebensmitteltochter Real sollen in eine eigene Gesellschaft übertragen werden. Die heutige Metro Group würde dann im Wesentlichen nur noch aus der Elektroniktochter Media-Saturn bestehen. Durch die Aufspaltung sollen beiden Teilen neue Wachstumsperspektiven eröffnet werden, wodurch Arbeitsplätze geschaffen würden. Auch solle der Börsenwert deutlich gesteigert werden. Dieser stieg bereits um neun Prozent, nachdem das Unternehmen seine Pläne bekannt gab.

Eine endgültige Entscheidung über die Aufspaltung ist dem Unternehmen zufolge aber noch nicht gefallen. Die Prüfungen liefen noch. Sollten sich alle Seiten zu einer Aufteilung des Konzerns entscheiden, könne diese Mitte 2017 umgesetzt werden. Unter anderem der Aufsichtsrat muss dem Vorhaben noch zustimmen. 

"Ein historischer Zeitpunkt"

Metro-Chef Olaf Koch soll künftig das Großhandels- und Lebensmittelgeschäft führen. "Jetzt ist der historische Zeitpunkt gekommen", sagte Koch in einer Telefonkonferenz: Mit der Aufspaltung entstünden zwei leistungsstarke, unabhängige und börsennotierte Handelsgruppen, die in ihren Segmenten führend seien. "Die Struktur ist deutlich fokussierter."

Die Leitung der Unterhaltungselektronik würde Media-Saturn-Chef Pieter Haas übernehmen. "Wir hätten künftig eine Mehrheitsgesellschafterin, die sich ausschließlich auf unsere Branche konzentriert und wir wären der Kern ihrer Aktivitäten", sagte er. "Wir sehen großes Potenzial, dass die so geschaffene Consumer-Electronics-Gruppe verstärkt in Zukunftsthemen investieren und damit den Wert der gesamten Gruppe für unsere Kunden, Partner und Gesellschafter sowie für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigern wird."

Zu Metro gehören neben der gleichnamigen Großhandelskette auch die Supermärkte Real sowie die Elektromärkte Saturn und Media Markt. Weltweit beschäftigt der Handelsgigant nach eigenen Angaben rund 230.000 Mitarbeiter.