Kurz vor Einführung des Zweckentfremdungsverbotes in der Hauptstadt bereinigt Airbnb sein Angebot und kündigt zahlreichen Gastgebern. Das ergeben Recherchen der ZEIT und des Portals airbnbvsberlin.de, das Daten von Airbnb ausgewertet hat. 

Insgesamt ist die Zahl komplett vermieteter Wohnungen von 11.000 im Februar 2016 auf um die 6.700 im März gesunken. Die Anzahl komplett vermieteter Wohnungen von vermutlich kommerziellen Betreibern, die mehr als nur eine Wohnung anbieten, hat sich sogar mehr als halbiert, von weit über 2.000 auf weniger als 1.000.

Damit reduzierte sich auch der Anteil der kommerziellen Wohnungen am Gesamtangebot von 21 auf 15 Prozent. Im Mai 2014 hatte ihr Anteil sogar noch bei 30 Prozent gelegen. 

Mehr zum Thema lesen Sie in der ZEIT Nr. 19 vom 28.4.2016.

Zur Reduzierung hat beigetragen, dass Airbnb vielen Anbietern die Zusammenarbeit aufgekündigt hat. Die genauen Gründe bleiben vage: In den Mails, die der ZEIT vorliegen, spricht das Unternehmen von einer Entscheidung "automatisierter Systeme". Der ZEIT gegenüber teilte Airbnb mit, man würde routinemäßig "Initiativen zur Qualitätssicherung" durchführen.

Das Gesetz über das Verbot von Zweckentfremdung von Wohnraum ist seit 2014 in Kraft, bis zum 1. Mai gilt noch eine Übergangsfrist. Danach dürfen Wohnungen nur noch an Touristen vermietet werden, wenn eine Genehmigung des zuständigen Bezirksamtes vorliegt. Der Berliner Senat und die Bezirksregierungen wollen damit gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten vorgehen. Das Gesetz war in jüngster Zeit noch einmal verschärft worden. Künftig drohen bei Zuwiderhandlung Bußgelder von bis zu 100.000 Euro.  

In der Vergangenheit hatte Airbnb mehrfach seine Angebote bereinigt, um das Image des Unternehmens zu wahren. In New York kündigte das Unternehmen 1.500 Anbietern, unmittelbar bevor es seine Daten der Stadt vorlegen musste.