Die US-Verkehrsaufsichtsbehörde NHTSA hat bestätigt, dass es bei einem Unfall mit einem selbstfahrenden Auto erstmals in den USA einen Toten gegeben hat. Der Fahrer eines Tesla-Sportwagens habe das "Autopilot"-System des Fahrzeugs verwendet, als er bei einer Kollision mit einem Lastwagen in Florida starb. Die Regierung überprüft nun, ob es bei der Technologie Ungereimtheiten gegeben hat.

Der Unfall ereignete sich bereits im Mai, wurde aber erst jetzt offiziell bestätigt. Vorläufige Ermittlungen deuteten darauf hin, dass es zu dem Unfall kam, nachdem ein Sattelzug an der Kreuzung eines Highways in der Ortschaft Williston, südwestlich von Gainesville, vor dem selbstfahrenden Auto links abgebogen war. Eine Ampel gab es demnach an der Abbiegung nicht.  Nach Behördenangaben versagten die Kameras des Wagens dabei, die weiße Flanke des abbiegenden Sattelzugs vom hellen Himmel zu unterscheiden. Deshalb habe das Fahrzeug nicht automatisch gebremst, hieß es. 

Das Unternehmen des bekannten Tech-Milliardärs Elon Musk zeigte sich in einem Eintrag des Firmenblogs bestürzt und sprach den Angehörigen des Unfallopfers sein Beileid aus. Zugleich schrieb der Konzern, dass es sich bei dem Autopilot-System um eine neue Technologie in der sogenannten Beta-Phase handele, die in der Grundeinstellung ausgeschaltet sei. Fahrer würden beim Einsatz des Programms ausdrücklich aufgefordert, die Hände niemals vom Steuer zu nehmen und die Kontrolle und Verantwortung über das Fahrzeug zu behalten. Es sei der erste Unfall mit Todesfolge nach mehr als 200 Millionen Kilometern Fahrtstrecke mit dem Autopilotensystem. 

Sollte die NHTSA die Autos als unsicher einstufen, könnte sie einen Rückruf anordnen. Davon könnten bis zu 25.000 Tesla-Wagen des Modells S aus dem Jahr 2015 betroffen sein.

Tesla versucht derzeit, sich von einem Nischenanbieter für hochpreisige Elektroautos zu einem Hersteller für breitere Bevölkerungskreise zu entwickeln. Bis 2018 will der Konzern insgesamt 500.000 Autos pro Jahr bauen.