Die US-Regierung hat die Entscheidung der EU-Kommission kritisiert, den Steuerdeal zwischen dem Computerhersteller Apple und Irland zu beenden. Der Schritt könne zu einem Steuertransfer von den USA nach Europa führen, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest. Wenn Apple in Irland nun 13 Milliarden Euro nachzahlen müsse, könne das Unternehmen diese Zahlung möglicherweise von der Steuerlast in den USA absetzen.

Der Kampf der EU gegen Steuervergünstigungen für Großkonzerne belastet das Verhältnis zwischen der EU und den USA. Das US-Finanzministerium hatte der EU-Kommission zuletzt vorgeworfen, sie untergrabe das internationale Steuersystem und nehme dabei besonders US-Konzerne ins Visier. Gemeinsame Versuche der USA und der Europäer, die internationale Besteuerung fair zu gestalten, würden durch die "einseitigen Ansätze" der EU untergraben.

"Wir haben kein Interesse daran, ein unfaires System aufrechtzuerhalten, das negative Effekte auf die europäische Wirtschaft hat", sagte Earnest. "Wir wollen nur etwas, das fair ist." Deswegen werde die Regierung von Präsident Barack Obama für die US-Unternehmen und ihre faire Behandlung im Ausland kämpfen.

Die EU-Kommission hatte am Dienstag entschieden, dass Apple 13 Milliarden Euro Steuern in Irland nachzahlen muss. Die Steuervergünstigungen, die die irische Regierung dem iPhone-Hersteller gewährt hatte, seien eine unzulässige staatliche Beihilfe zu Lasten der Konkurrenz. Apple musste in Irland zuletzt auf seine Gewinne in Europa nur noch 0,005 Prozent Körperschaftsteuer entrichten.

Zwischen 1991 und 2007 hatte die irische Regierung mit dem Unternehmen eine Reihe von Vereinbarungen geschlossen, die laut Kommission "in künstlicher Weise eine erhebliche Verringerung der in Irland gezahlten Steuern bewirkt haben" soll. Dadurch habe Apple die Besteuerung von nahezu sämtlichen Gewinnen vermieden, die das Unternehmen "durch den Verkauf seiner Produkte im gesamten EU-Binnenmarkt erwirtschaftete". Sowohl Apple als auch Irland wollen gegen die Entscheidung aus Brüssel vorgehen.