Die deutsche Wirtschaft hat weiteres Engagement für die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt zugesagt. Viele kleine und mittelständische Betriebe engagierten sich bereits bei der Ausbildung und Beschäftigung von Geflüchteten, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer. Am heutigen Mittwoch will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Vertretern von großen Unternehmen wie Siemens, Opel, Airbus, Adidas und Volkswagen darüber sprechen, wie sich die Eingliederung in den Arbeitsmarkt weiter verbessern lässt.

Laut DIHK arbeiteten im Frühjahr 2016 fast 140.000 Beschäftigte aus Asylherkunftsländern in Deutschland. Das sind rund 30.000 mehr als im Vorjahr. Rund 10.000 junge Flüchtlinge seien zudem derzeit in Ausbildung. Bei diesen Arbeitern handelt es sich jedoch in der Regel nicht um Flüchtlinge, die 2015 nach Deutschland gekommen sind. "Der Weg in die Ausbildung braucht Zeit", sagte DIHK-Präsident Schweitzer. Nach Erfahrungen der Betriebe dauere das etwa zwei Jahre und liege vor allem an fehlenden Deutschkenntnissen und dem Asylverfahren.

"Eine große Gemeinschaftsaufgabe"

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) bestätigt Schweitzers Prognose, nach der die meisten Flüchtlinge erst 2017 in Jobs vermittelt werden können. Ende August waren 153.000 Flüchtlinge als arbeitssuchend registriert. Zusammen mit den etwa 193.000 Menschen, die noch in Integrations- und beruflichen Eingliederungskursen stecken, betrug die Zahl der arbeitssuchenden Flüchtlinge 346.000. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte, der Erfolg der Integration hänge vom Arbeitseinsteig ab.

Eine "große Gemeinschaftsaufgabe, die zügig und konsequent angepackt werden muss", nannte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Integration gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Eine Sprecherin seines Ministeriums fügte hinzu, vor allem der Mittelstand sei darin bereits "sehr aktiv". Gabriel hatte sich deswegen zusätzlich in einem Schreiben an die Vorstände der großen Dax-Unternehmen gewandt. Die Rückmeldungen würden in die Gespräche der Kanzlerin mit den Unternehmen einfließen.


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