Die beiden Handelsunternehmen Edeka und Rewe haben sich auf einen Kaufpreis für die Kaiser's-Tengelmann-Filialen in Berlin geeinigt. Beide Parteien hätten sich darauf verständigt, bis zum 2. Dezember den Kaufvertrag "unter Dach und Fach" zu bringen, teilte die Rewe-Group mit. Weitere Details wurden nicht mitgeteilt. Die Nachrichtenagentur Reuters beruft sich jedoch auf einen Insider, laut dem es sich beim Kaufpreis um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag handeln soll.  

Bereits am Dienstag hatten die Unternehmen ausgehandelt, welche der Berliner Kaiser's-Tengelmann-Filialen von Edeka an Rewe weitergereicht werden. Mit dieser Einigung ist ein zentraler Bestandteil der Schlichtungsvereinbarung erfüllt, die vor rund drei Wochen unter dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) getroffen worden war. Diese sieht vor, dass Edeka nach der Übernahme von Kaiser's-Tengelmann-Filialen mit einem Bruttoumsatz von 300 Millionen Euro an Rewe überträgt.

Rewe-Chef Alain Caparros erklärte am Freitag, beide Unternehmen hätten in den vergangenen Tagen "sehr große Fortschritte" erzielt. "Ich bin froh, dass wir jetzt schnell zu einem positiven Ergebnis kommen können." Er werde mit Nachdruck für den erfolgreichen Abschluss arbeiten. Am Freitag hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Konzernchefs Caparros, Markus Mosa (Edeka) und Karl-Erivan Haub (Tengelmann) zum Gespräch eingeladen. 

Rewe soll Klage gegen Ministerialerlaubnis zurückziehen

Bei den Verhandlungen zwischen Rewe und Edeka geht es um rund 15.000 Arbeitsplätze. Über die Aufteilung der Filialen hatten sich die beiden Konkurrenten Sprechern zufolge bereits geeinigt. Gelingt eine endgültige Übereinkunft, soll Rewe die Klage gegen die Ministererlaubnis für die Übernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka zurückziehen.

Tengelmann-Eigentümer Haub hatte vor zwei Jahren beschlossen, die Verlust machende Supermarktkette an Edeka zu verkaufen. Der Plan stieß jedoch bei Wettbewerbshütern auf Widerstand. Sie befürchteten durch einen Verkauf der Kette an den Marktführer Edeka weniger Wettbewerb und steigende Preise im deutschen Lebensmittelhandel. Im April 2015 untersagte das Bundeskartellamt deshalb den Zusammenschluss.

Zwar gelang es Tengelmann und Edeka nach monatelangem Ringen, das Veto der Wettbewerbshüter durch eine Ministererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Gabriel auszuhebeln. Doch wurde die Ausnahmegenehmigung im Juli vom Oberlandesgericht Düsseldorf auf Antrag von Rewe sowie der Wettbewerber Markant und Norma, die mittlerweile ihre Klage zurückgezogen haben, gestoppt.