Die Lufthansa hat angekündigt, dass der Pilotenstreik seit diesem Sonntag ausgesetzt ist. Auch für Montag gebe es bisher keinen Streikaufruf der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, bestätigte ein Lufthansa-Sprecher ZEIT ONLINE. Man gehe von einem "völlig normalen Flugplan" aus. 

Von Mittwoch bis Samstag hatten die Piloten wegen des Tarifkonflikts die Arbeit niedergelegt, am heutigen Sonntag fallen dem Unternehmen zufolge nur noch wenige Flüge aus. An den vier Streiktagen verpassten rund 350.000 Passagiere ihren Flug. Die Gewerkschaft kündigt ihren Streik mindestens 24 Stunden im Voraus an.

Die Pilotengewerkschaft Cockpit verlangt für die rund 5.400 Piloten der Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent. Die Airline hatte am Freitag ein Angebot gemacht, das neben höheren Gehältern und Jobgarantien auch Lösungsvorschläge für weitere offene Tarifthemen enthielt. Im Einzelnen sah das Angebot 4,4 Prozent Gehaltssteigerungen in zwei Stufen bis Mitte 2018 vor. Die Gewerkschaft lehnte den Vorschlag ab. "Es gab keine Bewegung seitens Lufthansa auf uns zu", hatte Cockpit-Vorstand Jörg Handwerg gesagt. "Wir brauchen ein verhandlungsfähiges Angebot. Ansonsten kann es immer wieder zu Streikmaßnahmen kommen."

"Wir müssen reden"

Unterdessen forderte die Personalchefin der Lufthansa, Bettina Volkens, die Gewerkschaft auf, neue Gespräche mit dem Konzern aufzunehmen. "Wir müssen reden", sagte Volkens der Bild am Sonntag. "Ich wünsche mir sehr, dass die Vereinigung Cockpit von ihrer unnachgiebigen Haltung endlich abrückt."

Der Tarifstreit bei der größten deutschen Airline reicht zurück bis in den April 2014. Seitdem sind die bei Cockpit organisierten Piloten 14 Mal in den Ausstand getreten. Am kommenden Mittwoch wollen sie am Frankfurter Flughafen demonstrieren, sollte es bis dahin keine Einigung geben.