Die Piloten bei der Lufthansa setzen ihren Arbeitgeber immer weiter unter Druck. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit kündigte an, die seit Mittwoch laufenden Streiks auch auf Samstag auszuweiten. Es seien alle Langstreckenverbindungen betroffen, die in dieser Zeit aus Deutschland abfliegen sollen.

Die Gewerkschaft betonte, gerade in dem Bereich, in dem die angeblich überbezahlten Piloten beschäftigt sind, verdiene die Lufthansa gutes Geld. "Eine Schlichtung nach mehr als vier Jahren Verhandlungen macht nur dann Sinn, wenn der ernsthafte Wille an einem solchen Kompromiss nicht durch Scheinangebote konterkariert wird", sagte der VC-Vorsitzende Tarifpolitik, Ingolf Schumacher mit Blick auf die Aufforderung der Lufthansa, einem Schlichtungsverfahren zuzustimmen. Die Piloten lehnen das bisher ab und kritisieren das Angebot der Lufthansa als zu niedrig.

Bereits an diesem Freitag fallen wegen des Pilotenstreiks bei Lufthansa erneut 830 Flüge aus. Am dritten Streiktag hintereinander sind dieses Mal nahezu ausschließlich Kurz- und Mittelstrecken betroffen, nach Lufthansa-Angaben insgesamt rund 100.000 Passagiere. Anders als an den Vortagen werde die Langstrecke "nahezu planmäßig durchgeführt". Insgesamt seien an den drei Streiktagen mehr als 315.000 Passagier betroffen gewesen. Nur wenige Fluggäste wichen auf die Bahn aus. 

Lufthansa - Passagiere verärgert über Flugausfälle durch Pilotenstreik Der Streik der Lufthansa-Piloten geht in den zweiten Tag. Laut einer Sprecherin sollen allein in Frankfurt 912 Verbindungen ausfallen. Am Münchener Flughafen zeigten Passagier am Donnerstagmorgen wenig Verständnis mehr für die Interessen der Piloten. © Foto: Michael Dalder/Reuters

Der Konzern forderte die Vereinigung Cockpit mit Nachdruck dazu auf, nach der 14. Streikrunde einer Schlichtung zuzustimmen. "Wir sind als Vorstand für mehr als 120.000 Mitarbeiter verantwortlich und wollen Lufthansa zukunftsfähig aufstellen. Das wird mit einer Forderung von 20 Prozent mehr Lohn nicht möglich sein", warnte Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister.

Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte für eine Schlichtung geworben.

In dem Tarifkonflikt hatte Lufthansa den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die Vereinigung Cockpit lehnt das ab. Sie verlangt für die rund 5.400 Piloten der Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent für die Zeit bis einschließlich April 2017. 

Hohmeister nannte das "abstrus" und "völlig unakzeptabel". Jeder Streiktag koste Lufthansa rund zehn Millionen Euro. Hinzu komme ein Imageschaden, der nicht genau zu beziffern sei. "Wir merken das aber in unseren mittelfristigen Buchungszahlen."