Tarifstreit - Flugbegleiter bestreiken Eurowings An den Flughäfen in Düsseldorf und Hamburg ist das Kabinenpersonal von Eurowings in den Streik getreten. Von dem Arbeitskampf der Lufthansa-Billigtochter sind bis zu 4.000 Passagiere betroffen, es kommt zu Flugausfällen und Verspätungen. © Foto: Axel Heimken/dpa

Die Flugbegleiter der Lufthansa-Billigtochter Eurowings sind in Hamburg und Düsseldorf in einen ganztägigen Streik getreten. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di befindet sich das Kabinenpersonal an beiden Flughäfen seit fünf Uhr im Ausstand. Der Streik soll demnach bis 20 Uhr andauern.

Passagiere müssen sich auf Flugausfälle und Verspätungen gefasst machen. Die Fluggesellschaft empfahl allen Reisenden, sich auf der Internetseite des Unternehmens zu informieren, ob ihr Flieger abhebt. Es sollte einen Ersatzflugplan geben. 60 Flüge würden abgesagt, teilte Eurowings auf seiner Website mit. Nicht betroffen seien Eurowings-Langstreckenverbindungen sowie Flüge von Germanwings und SunExpress. Insgesamt zählt die Billigfluglinie 23 Jets.

Am Flughafen in Hamburg wurden am frühen Morgen bereits sieben startende und sieben landende Maschinen vom Flugplan gestrichen. In Düsseldorf wurden am Morgen 50 von insgesamt 88 geplanten Verbindungen gestrichen, darunter Flüge nach Berlin, Prag und Wien. 38 Flüge sollten stattfinden, wie ein Sprecher des Düsseldorfer Flughafens sagte. Im Laufe des Tages könne es dabei aber auch noch Veränderungen geben. 

Nach Angaben der Fluglinie standen in Hamburg am Dienstag 19 Abflüge und 19 Ankünfte von Eurowings-Maschinen auf dem Flugplan. Betroffen wären über 4.000 Passagiere, falls die Flüge komplett ausfallen sollten, hieß es beim Flughafen. In Düsseldorf waren laut Eurowings 44 Starts und 44 Landungen geplant. Ein Sprecher kritisierte, dass die Konkurrenz zweier Gewerkschaften auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen werde.

Die Gewerkschaft und das Unternehmen streiten seit geraumer Zeit ums Geld und weitere Verbesserungen für das Kabinenpersonal. Ver.di fordert für rund 460 Kabinenmitarbeiter von Eurowings eine Anhebung der Gehälter und Funktionszulagen von sieben Prozent, 500 Euro Zulage für die Kabinenleitung und weitere Verbesserungen für die Beschäftigten. Die letzten Verhandlungen am 11. November endeten ergebnislos, ein neuer Termin ist nicht vereinbart. Dass trotz der monatelangen Verhandlungen bislang kein Tarifabschluss erzielt werden konnte, beklagte ver.di.

Bereits im Oktober war es bei der Lufthansa-Tochter zu Streiks gekommen, die allerdings von der Gewerkschaft Ufo ausgerufen worden waren. Die beiden Gewerkschaften konkurrieren um die Vertretung der Kabinenbeschäftigten. Der Eurowings-Vorstand will mit beiden Gewerkschaften gemeinsam verhandeln. Das lehnt ver.di ab. "Der Eurowings-Vorstand hat die Arbeitsniederlegung provoziert, weil er darauf beharrt, nur gemeinsam mit ver.di und Ufo einen Tarifvertrag bei Eurowings verhandeln zu wollen", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.

Am Mittwoch könnte es für Flugreisende in Deutschland noch schlimmer kommen. Dann wollen die Piloten des Eurowings-Mutterkonzerns Lufthansa streiken, wie die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ankündigte. Betroffen seien alle Flüge aus Deutschland.