Die Anzahl der Unternehmer mit Migrationshintergrund ist in Deutschland in den Jahren 2005 bis 2015 um 30 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, aus der das Redaktionsnetzwerk Deutschland vorab zitiert. Demnach sind nun 737.000 Unternehmer mit Migrationshintergrund in Deutschland tätig, 2005 waren es 171.000.

Weil gleichzeitig die Zahl der Selbstständigen deutscher Abstammung zurückgegangen sei, sei mittlerweile jede fünfte bis sechste unternehmerisch engagierte Person ausländischer Herkunft. In diesem Jahr sollen etwa 90.000 oder drei Prozent weniger deutsche Unternehmer tätig sein als im Vorjahr.

Die Studienautoren schreiben von einem "Gründungsboom" unter Migranten. So habe es 2003 noch 56.000 Gewerbegründungen von Menschen mit Migrationshintergrund und 369.000 Gründungen von Deutschen gegeben. Im vergangenen Jahr hätten hingegen 100.000 Gründer ausländische und nur 127.000 deutsche Wurzeln gehabt. Der Anteil der von Migranten gegründeten Unternehmen stieg demnach von 13 auf 44 Prozent.

Migranten gründeten der Studie zufolge vor allem Firmen im Baugewerbe und im Bereich wissens- und technologieintensiver Dienstleistungen. "Diese Entwicklung ist ein Zeugnis für eine erhebliche Modernisierung des Leistungsspektrums migrantischer Gründungen", zitieren die Zeitungen aus der Studie. Die wenigsten Migranten handelten dabei aus wirtschaftlicher Not heraus. Nur acht Prozent von ihnen seien zuvor als Arbeitslose registriert gewesen.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte die Studienergebnisse. Deutschland sei auf Unternehmensgründungen angewiesen, sagte der SPD-Chef dem Redaktionsnetzwerk. "Umso mehr freut es mich, dass Gründerinnen und Gründer mit ausländischen Wurzeln weiter am Ball bleiben und einen immer wichtigeren Platz in unserer Gründungslandschaft einnehmen."

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