Audi - Ermittlungen im Diesel-Skandal Die Staatsanwaltschaft in München hat die Audi-Zentrale, sieben weitere Standorte und Wohnungen von Mitarbeitern durchsucht. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit manipulierten Abgaswerten in den USA. © Foto: Michael Dalder/Reuters

Kurz vor Beginn der Bilanzpressekonferenz sind mehrere Büroräume von Audi durchsucht worden. Wie ein Unternehmenssprecher sagte, durchsuchte die Staatsanwaltschaft seit dem Morgen Niederlassungen in Ingolstadt, Neckarsulm und an dem Standort in Niedersachsen. Die Staatsanwaltschaft München II leitete nach eigenen Angaben ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung ein. Hintergrund ist die Diesel-Abgasaffäre.

Die Privaträume von Unternehmenschef Rupert Stadler sind nach den Worten des Managers nicht betroffen. "Ich habe noch keinen Besuch gesehen", sagte der Vorstandsvorsitzende während der Bilanzpressekonferenz. "Ich bin aber auch seit 7.30 Uhr hier, und meine Frau hat noch nicht angerufen." 

Wie die ARD und die Süddeutsche Zeitung berichten, waren etwa 80 Staatsanwälte und Polizeibeamte im Einsatz. Sie durchsuchten demnach auch Privatwohnungen. Begonnen hatten sie drei Stunden vor Beginn der Pressekonferenz. Wie die Süddeutsche unter Berufung auf Insider aus der Justiz schreibt, hatten die Ermittler erst Anfang der Woche von dem Termin der Jahrespressekonferenz erfahren. Zu diesem Zeitpunkt aber seien die Vorbereitungen für die Durchsuchungen an neun Orten in drei Bundesländern schon abgeschlossen gewesen.

Audi sichert Kooperation zu

Dem Bericht zufolge geht es ausschließlich um Audi-Aktivitäten auf dem US-Markt. Ingenieure sollen Abgaswerte von Dieselfahrzeugen für die USA auf ähnliche Weise manipuliert haben wie VW. Audi-Geschäfte in Europa seien nicht betroffen. Im November 2015 hatte Audi den Einsatz einer Betrugssoftware in großen Dieselmotoren eingeräumt.

Der Unternehmenssprecher wollte sich zu dem Hintergrund der Durchsuchungen nicht äußern. "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu den Inhalten der Ermittlung nicht äußern können, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt", hieß es in einer Mitteilung. "Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden, da wir selbst großes Interesse an der Aufklärung des Sachverhalts haben."