Nach nur sieben Monaten hat die Nummer zwei hinter Chef Travis Kalanick den Fahrdienstleister Uber verlassen. Der Manager Jeff Jones, der auf dem Posten eines Präsidenten unter anderem für die Entwicklung von Mitfahrangeboten zuständig war, geht im Streit: "Es ist klar, dass die Überzeugungen und Ansätze, die meine Karriere bestimmt haben, nicht vereinbar sind mit dem, was ich bei Uber gesehen und erlebt habe", erklärte Jones dem Tech-Blog Recode.

Uber war zuletzt in den Mittelpunkt mehrerer Kontroversen geraten. Die Google-Schwesterfirma Waymo warf Uber in einer Klage Technologieklau vor. Eine ehemalige Software-Entwicklerin beschrieb zudem eine von Frauendiskriminierung geprägte Unternehmenskultur. Kalanick selbst geriet in die Kritik, nachdem er einen Uber-Fahrer beschimpft hatte und ein Video davon öffentlich wurde. Danach kündigte er an, einen Chief Operating Officers (COO) für das Tagesgeschäft zu suchen.  

Kalanick zufolge soll diese Personalentscheidung nun der Grund für Jones' Rückzug sein. Nach dieser Ankündigung "kam Jeff zu der schweren Entscheidung, dass er seine Zukunft nicht bei Uber sieht", schrieb der Gründer und Chef in einer von Bloomberg veröffentlichten E-Mail an die Mitarbeiter. Jones war bisher für einige Aufgaben des künftigen COO zuständig gewesen.

Der Marketingfachmann Jeff Jones war vom Einzelhändler Target zu Uber gewechselt, um die Reputation des Unternehmens wieder zu verbessern. Uber gilt als Vermittler von Fahrdienstleistungen als rücksichtslos und aggressiv. Das Taxi-Gewerbe wehrt sich gegen die junge Firma. In vielen Ländern geht die angestammte Konkurrenz juristisch gegen Uber vor.