Die Fluggesellschaft Air Berlin hat im Geschäftsjahr 2016 einen Rekordverlust von 782 Millionen verzeichnet. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit. Im Vorjahr betrug der Verlust 446,6 Millionen Euro.

Der Fluggesellschaft zufolge waren für das höhere Minus einmalige Wertminderungen und Restrukturierungskosten für den Umbau des Konzerns verantwortlich. Der Umsatz sank von 4,08 Milliarden Euro auf 3,79 Milliarden Euro. Das Unternehmen betonte jedoch, dass man liquide genug sei, um die Restrukturierung fortzusetzen.

Air Berlin ist nach Lufthansa die zweitgrößte deutsche Airline. An der Spitze des Konzerns steht seit Februar Thomas Winkelmann, ein ehemaliger Lufthansa-Manager. Seit 2008 schreibt Air Berlin mit einer Ausnahme rote Zahlen. Auch das Jahr 2017 begann mit Verlusten: Von Januar bis März verzeichnete die Fluggesellschaft ein Minus von 293,3 Millionen Euro. Im Vorjahr hatten die Verluste im ersten Quartal 182,3 Millionen Euro betragen. Mehrere Sanierungsrunden und Chefwechsel brachten keine Besserung. 

Übernimmt Lufthansa die Etihad-Anteile?

2011 war die schnell wachsende Airline Etihad bei Air Berlin mit 29 Prozent als Großaktionär eingestiegen und hatte die Fluggesellschaft mit Finanzhilfen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro unterstützt. Etihad, für das die Herrscherfamilie des Emirates Abu Dhabi verantwortlich ist, will jedoch einen Schlussstrich unter das teure Engagement setzen und seine Anteile verkaufen.

Einem Bericht des Focus zufolge reist der Vorsitzende der Lufthansa, Carsten Spohr, kommende Woche nach Abu Dhabi, um dort mit Etihad Gespräche zu führen. Wie aus dem Bericht hervorgeht, wolle Etihad seine Anteile an der Airline "so schnell wie möglich" abstoßen. Lufthansa hingegen habe Interesse am Kauf signalisiert.

Spohr reist mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Abu Dhabi. Bei seinen Gesprächen mit Etihad könnte laut Focus ausgelotet werden, wie eine mögliche Übernahme der Air-Berlin-Anteile finanziert werden könnte.