Die Google-Mutter Alphabet hat im ersten Quartal 2017 große Gewinne verzeichnet: Das Unternehmen verdiente in den ersten drei Monaten 5,43 Milliarden Dollar und somit 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die US-amerikanischen Tech-Konzerne Microsoft und Amazon konnten im ersten Quartal starke Gewinne einfahren.

Alphabet konnte den reinen Umsatz um 22 Prozent auf 24,75 Milliarden Dollar steigern. Das Unternehmen beendete das Quartal mit Geldreserven von gut 92 Milliarden Dollar. Mehr als die Hälfte davon lagert außerhalb der USA.

Googles Werbeerlöse, die von 18 auf 21,4 Milliarden Dollar kletterten, stellen weiterhin den Hauptanteil an den Einnahmen von Alphabet. Die restlichen Google-Sparten steuerten zwar nur gut drei Milliarden Dollar zum Konzernumsatz bei, doch das Wachstum fiel hier mit 50 Prozent deutlich höher aus als im Kerngeschäft. Ein wesentlicher Teil dieses starken Anstiegs dürfte auf steigende Einnahmen von Googles Cloud-Plattform zurückzuführen sein.

Nach wie vor verdient Google mit Klicks von Internetnutzern auf Werbeanzeigen. Der Trend, dass jeder Klick weniger Geld einbringt, setzte sich zwar fort und ging im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 19 Prozent zurück. Allerdings wurden die Einnahmen pro Klick durch den absoluten Anstieg der Klickzahl um 44 Prozent mehr als ausgeglichen. Zugleich landeten 22 Prozent der Werbeerlöse bei Google-Partnern als Kommission für durchgeleitete Nutzer. Das war ein Prozentpunkt mehr als vor einem Jahr.

Damit verdaute Google auch problemlos die Kontroverse um Werbeanzeigen bei der Videoplattform YouTube. Einige Werbekunden waren schockiert, als sie erfuhren, dass ihre Videos auch neben extremistischen Inhalten auftauchten. Mehrere große Unternehmen drohten damit, Werbung bei YouTube abzuziehen. Google hatte Fehler bei der Platzierung der Videos eingeräumt und Gegenmaßnahmen ergriffen.

In den anderen Alphabet-Bereichen, zu denen zum Beispiel der Hausvernetzer Nest und die Roboterwagen-Firma Waymo gehören, kletterten die Umsätze im Jahresvergleich von 165 auf 244 Millionen Dollar. Zugleich stieg aber auch der operative Verlust von 774 auf 855 Millionen Dollar.

Cloud-Plattformen sorgen für Wachstum

Bei Amazon kletterte im ersten Vierteljahr der Gewinn um 41 Prozent auf 724 Millionen Dollar. Das teilte der Onlinehändler am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit. Insgesamt steigerte Amazon den Umsatz um 23 Prozent auf 35,7 Milliarden Dollar. Der Konzern übertraf damit die Prognosen der Analysten deutlich und schaffte bereits das achte Quartal mit schwarzen Zahlen in Folge. 

Insbesondere die Cloud-Plattform Amazon Web Services (AWS), auf der Firmen Anwendungen und Daten verwalten können, war für Amazon profitabel. AWS steigerte die Erlöse um 43 Prozent auf 3,7 Milliarden. 

Bei Microsoft stieg der Nettogewinn in den ersten drei Monaten um fast 30 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar. Die bereinigten Erlöse nahmen um sechs Prozent zu auf 23,6 Milliarden Dollar.

Während die Geschäfte des Konzerns in der klassischen PC-Sparte schwächeln, erweist sich auch bei Microsoft der Dienst mit Cloud-Plattformen als lukrativ. Zwar nennt der von Bill Gates und Paul Allen gegründete Konzern keine absoluten Zahlen für seine Cloud-Plattform Azure, doch das Umsatzwachstum war mit 93 Prozent mehr als doppelt so hoch wie beim bislang klar dominierenden AWS. Damit könnte Microsofts Datenwolke künftig weiter zu Amazons Marktführer aufschließen.

An der Börse werden Tech-Werte ohnehin schon seit Anfang des Jahres hoch gehandelt. Auch die Zahlen der Konzerne kamen an den Märkten überwiegend gut an. Die Aktien von Amazon und Alphabet erreichten nachbörslich mit Kursanstiegen von jeweils über vier Prozent sogar neue Rekordhochs. Bei Microsoft war die Reaktion verhaltener, hier hatten Anleger auf etwas höheren Umsatz gehofft.