Dem US-Elektroautobauer Tesla droht ein Streik in Deutschland bei der vor wenigen Monaten übernommenen Tochter Tesla Grohmann Automation. Das geht aus einem Bericht der Welt am Sonntag hervor. Tesla habe bislang keine "zufriedenstellende Antwort" auf die Forderung der IG Metall nach Tarifverhandlungen gegeben, sagte Gewerkschaftsvertreter Patrick Georg der Zeitung. "Wir prüfen nächste Woche, ob Streiks möglich sind."

Dem Gewerkschaftsvertreter zufolge fordert die IG Metall die Übernahme des Tarifvertrags für die Metallindustrie, Arbeitsplatzgarantien sowie einen "Zukunftssicherungsvertrag". Derzeit liege das Lohnniveau bei Tesla Grohmann Automation etwa 25 bis 30 Prozent unter dem Tarifgehalt, sagte der Vorsitzende des Betriebsrates, Uwe Herzig. Ein Angebot von Tesla, das Gehalt aller Mitarbeiter um 150 Euro im Monat zu erhöhen, reiche demnach nicht aus.

Zudem seien viele Mitarbeiter verunsichert, weil Tesla entgegen früherer Zusagen alle Aufträge anderer Kunden abgebrochen habe. Künftig soll in Prüm ausschließlich für Tesla produziert werden. Die IG Metall will Tesla zur Zusammenarbeit mit anderen Kunden verpflichten. "Was ist, wenn die Wette auf das Elektroauto schiefgeht?", fragte Herzig im Gespräch mit der Zeitung.

Tesla selbst erklärte dem Bericht zufolge, dass das Unternehmen an guten Beziehungen zu den Mitarbeitern interessiert sei. "Wir wollen in Prüm signifikant wachsen und verstehen, dass wir wettbewerbsfähige Löhne zahlen müssen, um das zu erreichen", sagte ein Sprecher. Dafür sollten die Mitarbeit neben ihrem Gehalt auch mit Aktien des Unternehmens entlohnt werden.

Im November hatte Tesla angekündigt, das Maschinenbauunternehmen Grohmann Engineering im rheinland-pfälzischen Prüm vollständig zu übernehmen. Zum Kaufpreis war Stillschweigen vereinbart worden. Nach Informationen der Welt am Sonntag zahlte Tesla 150 Millionen Dollar. Das gehe aus inzwischen veröffentlichten Börsendokumenten hervor.

Grohmann Engineering soll Maschinen für Fabriken von Tesla liefern und auch der Standort für das US-Unternehmen in Deutschland werden. Derzeit sind 680 Angestellte bei Grohmann Automation beschäftigt. Die in Deutschland gefertigten Maschinen sind wichtig für die Produktion des Model 3, das im Sommer anlaufen soll. Die Amerikaner hatten die ehemalige Grohmann Engineering im Januar übernommen.