Der US-Ölkonzern ExxonMobil bekommt keine Ausnahmeregelung von den Sanktionen der amerikanischen Regierung gegen Russland. Das US-Finanzministerium lehnte den Antrag auf eine Sondergenehmigung des Unternehmens ab, für das der jetzige Außenminister Rex Tillerson gearbeitet hatte. Nach Beratschlagung mit Präsident Donald Trump habe sein Ministerium beschlossen, keinem US-Unternehmen – auch nicht Exxon – solche Zugeständnisse zu machen, teilte Finanzminister Steven Mnuchin mit. Der Ölkonzern selbst kommentierte die Entscheidung zunächst nicht.

Der US-Branchenriese wollte sich die Erlaubnis holen, gemeinsam mit dem russischen Staatskonzern Rosneft im Schwarzen Meer nach Öl zu bohren. Im Gespräch waren Investitionen von 500 Milliarden Dollar. Die 2014 gegen Russland verhängten Strafmaßnahmen stehen diesem Plan nun im Weg. Die EU und die USA hatten die Sanktionen unter anderem wegen der Annexion der Krim von der Ukraine gegen Russland beschlossen.

Der Antrag, über den zunächst das Wall Street Journal berichtet hatte, sorgte auch deshalb für Aufsehen, weil die Partnerschaft mit Rosneft 2012 unter dem damaligen Exxon-Chef Rex Tillerson eingefädelt wurde – Trumps heutigem Außenminister. Die Anfrage von Exxon hat möglicherweise weiteres Misstrauen bei Kongressabgeordneten geweckt, die mögliche Verbindungen zwischen Wahlkampfhelfern von Präsident Donald Trump und Russland überprüfen.