Der zweitgrößte US-Autobauer Ford plant, weltweit bis zu 20.000 Stellen zu streichen. Das berichten das Wall Street Journal  sowie mehrere Nachrichtenagenturen. Dadurch wolle das Unternehmen die Gewinne erhöhen und den Aktienkurs nach oben treiben.

Eine mit den Plänen vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Mitarbeiter mit großzügigen Anreizen zu Vorruhestandsregelungen motiviert werden. Kürzungen bei Zeitarbeitskräften seien dagegen nicht vorgesehen. Das Vorhaben ist Teil eines bereits öffentlich gemachten Plans, die Kosten um drei Milliarden Dollar zu senken. Reuters zufolge bezieht sich die Einsparung aber auf Nordamerika und Asien. 

Ein Unternehmenssprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Bericht des Wall Streets Journals sei eine "Spekulation", die man nicht kommentieren wolle. Er bestätigte allerdings, dass der Konzern auf Kostensenkungen setze, um die Gewinnspannen zu erhöhen. Teil dieser Arbeit sei es, Ford so "schlank und effizient" wie möglich zu machen. Es seien aber noch keine neuen Personalmaßnahmen in diesem Zusammenhang angekündigt worden.

Ford hat zuletzt weniger Autos verkauft. Im April ging die Zahl im Vorjahresvergleich um mehr als sieben Prozent auf knapp 215.000 Fahrzeuge zurück. Weltweit arbeiten etwa 200.000 Mitarbeiter für Ford – rund die Hälfte davon in den USA, wo sich die Autokonjunktur nach einem jahrelangen Absatz-Boom zuletzt spürbar gelegt hat. Sollte der Konzern im Heimatmarkt in großem Stil Stellen streichen, würde er Konflikte mit US-Präsident Donald Trump riskieren. Trump hatte versprochen, mehr Jobs zu schaffen als je ein US-Präsident zuvor und dabei mit deutlichen Worten Unterstützung von der heimischen Industrie gefordert. 

In Deutschland beschäftigt Ford nach eigenen Angaben knapp 24.000 Menschen: in Köln mehr als 17.300, in Saarlouis mehr als 6.500.