Die Staatsanwaltschaft Braunschweig geht dem Vorwurf nach, der Betriebsrat von Volkswagen habe zu hohe Aufwandsentschädigungen erhalten. Laut der Braunschweiger Zeitung soll es unter anderem um mutmaßlich zu hohe Bezüge für Betriebsratschef Bernd Osterloh gehen. Ermittelt werde außerdem gegen den VW-Konzernvorstand für Personal, Karlheinz Blessing, seinen Vorgänger Horst Neumann sowie gegen Martin Rosik, Personalchef der Marke VW, und dessen Vorgänger Jochen Schumm.

Die Staatsanwaltschaft wollte wegen der laufenden Ermittlungen keine Angaben zum genauen Kreis der Beschuldigten machen. Eine Anzeige soll der Auslöser für die Ermittlungen gewesen sein. Ein Sprecher des VW-Aufsichtsrats teilte mit, dass auch gegen Vorstände ermittelt werde. "Selbstverständlich ist der Aufsichtsrat über das laufende Ermittlungsverfahren gegen aktuelle und ehemalige Vorstandsmitglieder sowie Manager des Personalbereichs des Unternehmens informiert", sagte er.

Der VW-Betriebsrat teilte mit, er sei über die Untersuchung der Staatsanwaltschaft informiert, halte das Vorgehen des Konzerns aber für rechtens. "Wir sind fest davon überzeugt, dass die bei Volkswagen geltenden Regelungen dem Betriebsverfassungsgesetz entsprechen und dass auch die Eingruppierung unseres Konzernbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh durch das Unternehmen korrekt erfolgt ist ", sagte ein Mitglied des Betriebsrats. Der Betriebsrat teilte mit, er werde "vergleichbar zu Bereichsleitern vergütet".

Die Höhe der Vergütung eines Betriebsrats richtet sich nach dem Betriebsverfassungsgesetz. Danach werden Arbeitnehmervertreter gemäß ihrer Aufstiegschancen bezahlt, was Unternehmen einen großen Spielraum lässt. Laut der Süddeutschen Zeitung verdient Osterloh, ein früherer VW-Bandarbeiter, als Vorsitzender des Betriebsrats mindestens 200.000 Euro pro Jahr zuzüglich Bonuszahlungen. In den vergangenen Jahren hatte er immer wieder abgelehnt, in das Management des Konzerns zu wechseln, wo er ein Vielfaches dessen verdienen würde. Osterloh gilt als einer der einflussreichsten Akteure bei Volkswagen. Er sitzt im Präsidium des Aufsichtsrats und kann bei größeren Veränderungen sein Veto einlegen.