EU-Kommission - Google soll Milliardenstrafe zahlen Die EU-Kommission verhängt 2,42 Milliarden Euro Strafe gegen den US-Konzern Google. Das Unternehmen soll seine marktbeherrschende Stellung bei der Onlineshopping-Suche missbraucht haben. © Foto: Lluis Gene/AFP/Getty Images

Die EU-Kommission hat eine Rekordstrafe gegen Google verhängt. Der Internetkonzern aus Kalifornien soll wegen Wettbewerbsverzerrung 2,42 Milliarden Euro Strafe zahlen. Die Kommission wirft Google vor, beim Online-Shopping sein eigenes Preisvergleichsangebot in den Suchergebnissen zuerst aufzuführen und damit seine Konkurrenten zu benachteiligen.

Die Geldbuße ist mehr als doppelt so hoch wie die bislang höchste Kartellstrafe von 1,06 Milliarden Euro, die 2009 dem Chipkonzern Intel auferlegt wurde. Die Kommission verzichtet mit ihrer Entscheidung allerdings auf die zulässige Höchststrafe für Wettbewerbsvergehen, die bei zehn Prozent des Jahresumsatzes liegt – für Google wären das etwa acht Milliarden Euro.

Die EU-Kommission verlangt neben der Geldstrafe, dass Google innerhalb von 90 Tagen seine Geschäftspraxis in Bezug auf die Online-Shopping-Suche ändert. Sonst drohen zusätzliche Zwangsgelder in Höhe von bis zu fünf Prozent des weltweiten Tagesumsatzes seiner Muttergesellschaft Alphabet.

Google teilte in einer ersten Reaktion mit, man sei nach wie vor anderer Meinung in dem Fall und prüfe eine Berufung. Wenn der Internetkonzern gegen die EU-Entscheidung vor Gericht zieht, dürfte es das bereits seit 2010 laufende Verfahren um weitere Jahre verlängern. Der Rechtsstreit um die 2009 verhängte Strafe gegen Intel ist immer noch nicht endgültig ausgefochten.

In der Shopping-Suche von Google werden prominent die von Händlern bezahlten Anzeigen präsentiert, und zwar ausführlich mit Fotos, Preisen und Links. Diese Anzeigen sind auch Teil einer ganz normalen Google-Suche. Die EU-Kommission und einige Preisvergleichsportale betrachten das als widerrechtliche Bevorzugung eigener Google-Dienste.

Laut Kommission ist die Shopping-Suche von Google keine Preissuchmaschine, die gezielt nach den günstigsten Angeboten sucht. Der US-Konzern konterte in dem Verfahren bisher, die mit Fotos und Details "verbesserten" Suchergebnisse in der Shopping-Suche erleichterten den Nutzern die Auswahl und den Kontakt zu Händlern.

Die verhängte Strafe betrifft eines von drei Verfahren, in denen die EU-Kommission Google vorwirft, den Wettbewerb zu verzerren. In einem weiteren geht es um das Smartphone-Betriebssystem Android. Im Sommer vergangenen Jahres nahm die Kommission erstmals auch das Google-Kerngeschäft mit Suchmaschinenwerbung ins Visier. Dabei geht es um den Teildienst AdSense for Search, mit dem andere Websiten Google-Suchmasken einbinden können.