Flüge von Air Berlin sind nach Angaben von Unternehmenschef Thomas Winkelmann wieder zuverlässig und pünktlich unterwegs. "Wir können uns für die Probleme im April und Mai nur entschuldigen", sagte der Manager auf der Hauptversammlung der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft in London. "Air Berlin ist wieder eine sichere, pünktliche und zuverlässige Fluggesellschaft." Seit dem 1. Juni sei der Flugplan stabil, die Pünktlichkeit wieder bei mehr als 80 Prozent, Streichungen gebe es nur aus technischen Gründen.

Seit Ende März – dem Beginn des Sommerflugplans – waren bei Air Berlin immer wieder Verbindungen ausgefallen oder hatten Flüge mitunter große Verspätungen. Beschwerden häuften sich. Winkelmann räumte ein, dass Planungsfehler unterlaufen seien bei der Neuordnung des Netzes. Es habe teilweise an Flugzeugen und Kabinenpersonal gefehlt. 

Der neue Bodenabfertiger in Berlin-Tegel arbeite stabiler – wenn auch noch nicht ideal, sagte er. Inzwischen wurden Flüge an andere Airports verlagert oder auch ganz gestrichen. 

Das Unternehmen will nächstes Jahr die Verlustzone verlassen. 2017 sei ein Jahr des Übergangs, doch für 2018 peile das Unternehmen auf operativer Ebene (Ebit) schwarze Zahlen an, sagte Finanzchef Dimitri Courtelis.

Eine Sprecherin schloss eine Pleite aus. "Eine Insolvenz ist kein Thema für uns", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Das Unternehmen sei finanziell flüssig. Es könne aber noch etwas länger dauern, bis alle Beschwerden der vergangenen Monate bearbeitet sind. " Aber Air Berlin wird alle berechtigten Ansprüche seiner Kunden erfüllen", sagte die Sprecherin.

Mit der arabischen Airline Etihad habe Air Berlin außerdem einen "verlässlichen Partner, der uns bis Oktober 2018 seine Unterstützung zugesagt hat", sagte sie. Etihad ist mit 29,2 Prozent der größte Einzelaktionär der Airline und hat bis 2018 Unterstützung zugesichert. Medienberichten zufolge will Etihad Air Berlin aber verkaufen. Als möglicher Interessent gilt die Lufthansa.

Die Airline macht seit 2008 Verluste, unterbrochen nur von einem kleinen Plus 2012. Vergangene Woche stellte die Fluggesellschaft bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrages. Auch der Bund prüft eine Beteiligung.