Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann bittet seine Kunden für die vielen Pannen der vergangenen Wochen um Entschuldigung. "Mir tun die Verspätungen leid", sagte Winkelmann der ZEIT. "Ich selbst ärgere mich schon schwarz über zehn Minuten Verspätung." 

Seit Anfang des Jahres sind nach Angaben der Fluggastportale Fairplane und Flightright Zehntausende Beschwerden von Kunden vor allem wegen Verspätungen aufgelaufen. Air Berlin muss mit mehreren Millionen Euro an Entschädigungen für Kunden rechnen.

Winkelmann kam von der Lufthansa und muss sich von Beginn an dem Vorwurf aussetzen, er solle Air Berlin herunterwirtschaften, damit die Lufthansa den Rivalen kaufen kann. "Das ist blanker Hohn", sagte Winkelmann zu diesen Behauptungen. "Ich habe einen Vertrag unterschrieben, und den will ich mindestens erfüllen."

Winkelmann zeigte sich allerdings offen für eine Partnerschaft mit Lufthansa: "Wir müssen 2017 einen Partner finden, und die Lufthansa ist einer von einigen möglichen", sagte er. "Ich prüfe alles, was für Air Berlin Sinn ergibt und die Arbeitsplätze langfristig sichert." 

Die Lufthansa mietet bereits einige Flugzeuge samt Crews von Air Berlin und hat offen Interesse an einem Kauf des Restgeschäfts. Allerdings gibt es dafür hohe Hürden wie die Schulden von Air Berlin. Die Hauptstadtfluglinie steckt seit Jahren in der Krise und machte voriges Jahr einen Rekordverlust von 782 Millionen Euro.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat bereits offen Interesse an einer Übernahme von Air Berlin bekundet. Allerdings müssten dazu die Betriebskosten der Airline sinken, die Großaktionärin Etihad müsse die Schulden übernehmen und die Aufsichtsbehörden müssten zustimmen.