Air Berlin - Dobrindt appelliert an Piloten Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat die Air-Berlin-Piloten aufgefordert, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren. Er bezeichnete die Krankmeldungen als »riskantes Manöver«. © Foto: Tobias Hase/dpa

Angesichts der massenhaften Krankmeldungen bei Air Berlin hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine Rückkehr angeblich erkrankter Piloten an den Arbeitsplatz gefordert. Die Insolvenz von Air Berlin sei "eine große Belastung für alle Mitarbeiter, vor allem auch wegen der Unsicherheiten bezüglich der Entwicklung der Arbeitsplätze", sagte Dobrindt der Bild-Zeitung. Gerade deswegen sei es "wichtig, den Flugbetrieb jetzt bestmöglich aufrechtzuerhalten und nicht die Kunden in Mitleidenschaft zu ziehen".

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries forderte den Zusammenhalt von Belegschaft und Unternehmen. "Ich wünsche mir, dass alle Beteiligten bei den Gesprächen um die Zukunft von Air Berlin die Nerven behalten und versuchen, das Beste für die Beschäftigten zu erreichen", sagte die SPD-Politikerin ebenfalls der Bild.

Am Dienstag waren wegen der spontanen Krankmeldung zahlreicher Piloten mehr als hundert Flüge gestrichen worden. Auch an diesem Mittwoch fallen erneut 32 Flüge aus. Besonders betroffen sind der Flughafen Berlin-Tegel mit sieben und der Flughafen Düsseldorf mit fünf Ausfällen. Die weiteren Ausfälle verteilten sich auf verschiedene Flughäfen. Nach Angaben der Fluggesellschaft sei es nicht ausgeschlossen, dass im weiteren Verlauf des Tages noch weitere Flüge gestrichen werden müssen.

Zuvor hatten Vorstandschef Thomas Winkelmann und seine Kollegen Oliver Iffert und Martina Niemann in einem internen Brief an die Piloten geschrieben, dass ihnen "gegenwärtig 149 Krankmeldungen von Kapitänen und First Officers vorliegen". Ihnen zufolge sind diese Krankmeldungen "existenzbedrohend".

Mitte August hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Am Freitag endet die Bieterfrist für potenzielle Käufer.