Der irische Billigflieger Ryanair hat wegen Personalengpässen weitere Flugstreichungen für die kommenden fünf Monate angekündigt. Es seien nun fast 400.000 Passagiere betroffen, die mit Gutscheinen über jeweils 40 Euro entschädigt würden, kündigte Ryanair an. Sie kämen zu den bisher betroffenen rund 300.000 Ryanair-Kunden hinzu.   

Ab November sollen außerdem 25 Maschinen auf dem Boden bleiben, ab April sollen noch zehn geparkt bleiben. Gestrichen werden von November bis März laut Ryanair etwa 18.000 der 800.000 Flüge pro Jahr. Ryanair, nach Passagierzahlen Europas Marktführer, werde dadurch im laufenden Geschäftsjahr mit 129 Millionen etwa zwei Millionen Fluggäste weniger zählen. Die Gewinnprognose für 2017/18 von 1,4 bis 1,45 Milliarden Euro bestätigte die Fluggesellschaft dennoch.

Ryanair-Chef Michael O'Leary erklärte sein Bedauern und versprach: "Ab heute wird es keine durch den Dienstplan verursachten Streichungen in diesem Winter oder im Sommer 2018 mehr geben." Bei einer Aktionärsversammlung vor einer knappen Woche hatte O'Leary sich für das Chaos im Flugbetrieb entschuldigt. Schuld seien unter anderem schwere Managementfehler bei der Urlaubsplanung für die Besatzungen.

O'Leary kündigte damals Gehaltserhöhungen für Ryanair-Piloten von bis zu 10.000 Euro jährlich an verschiedenen Standorten an. Außerdem sollten Piloten der Fluggesellschaft ihren Urlaub teilweise aufs nächste Jahr verschieben, um weitere Flugstreichungen zu verhindern.

Die Iren teilten außerdem mit, dass sie nicht länger ein Kaufgebot für die angeschlagene italienische Fluggesellschaft Alitalia verfolgen. O'Leary hatte bereits ein zunächst angekündigtes Übernahmeangebot für Air Berlin nicht in die Tat umgesetzt.