Europäische Kommission - Amazon soll 250 Millionen Euro Steuern nachzahlen Die EU-Kommission wirft Luxemburg vor, dem Konzern Amazon unzulässige Beihilfen gewährt zu haben. Dadurch seien große Teile der Gewinne in Europa unbesteuert geblieben. © Foto: Philippe Huguen/Getty Images

Amazon soll nach dem Willen der EU-Kommission 250 Millionen Euro Steuern an Luxemburg nachzahlen. Das Land habe Amazon eine unlautere Steuererleichterung in dieser Höhe gewährt, teilte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit. Das sei nach den EU-Beihilfevorschriften verboten. Die unzulässigen Beihilfen müsse Luxemburg nun von dem Unternehmen zurückfordern.

Der Konzern habe fast drei Viertel seiner Gewinne nicht versteuert, sagte die Kommissarin. Der Konzern habe damit die Steuerlast auf seine in Europa getätigten Verkäufe deutlich reduzieren können.

Amazon wies die Vorwürfe zurück. "Wir sind der Ansicht, dass Amazon keine Sonderbehandlung von Luxemburg erhalten hat und wir Steuern in vollem Einklang mit dem luxemburgischen und internationalen Steuerrecht bezahlt haben", teilte das Unternehmen mit.

Die EU-Regeln verbieten gezielte Steuervorteile für einzelne Unternehmen. Die Kommission hatte die Steuerregelungen Luxemburgs mit Amazon seit 2014 genauer unter die Lupe genommen. Im Visier stand vor allem ein Abkommen aus dem Jahr 2003, das den Zugriff der Steuerbehörden auf Amazon begrenzte.

In einem ähnlichen Fall hatte die EU-Kommission Irland bereits zum Eintreiben von bis zu 13 Milliarden Euro von Apple aufgefordert. Da sich Irland bisher weigerte das zu tun, verwies die Kommission den Fall nun an den Europäischen Gerichtshof.