Der Warenhauskonzern Kaufhof hat laut seinem Chef Wolfgang Link Gespräche mit der Gewerkschaft Ver.di über Einsparungen aufgenommen. Das Unternehmen will geringere Löhne und Gehälter seiner Mitarbeiter durchsetzen, indem es einen Sanierungstarifvertrag einsetzt. Ziel sei es, dem angeschlagenen Unternehmen eine "wirtschaftliche Atempause" zu verschaffen, bis die "angestoßenen Wachstumsmaßnahmen" Wirkung zeigten.

Dazu müsste der bisher geltende Einzelhandelstarifvertrag gekündigt und durch einen neuen ersetzt werden. Der von dem Konzern angestrebte Sanierungstarifvertrag sieht nach Informationen der Süddeutschen Zeitung drastische Einbußen für die 21.000 Beschäftigen vor – nicht nur Kürzungen bei Lohn und Gehalt von drei bis fünf Prozent, sondern auch die Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld für drei Jahre und eine Erhöhung der Arbeitszeit durch eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche.

"Wir sind uns bewusst, dass ein neuer Tarifvertrag für unsere Mitarbeiter Einschnitte bedeutet", sagte Kaufhof-Arbeitsdirektor Peter Herlitzius der Zeitung. Der Schritt sei jedoch unvermeidlich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und damit Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Der Kaufhof-Chef verwies auf den dramatischen Strukturwandel im Einzelhandel. Marktanteile wanderten ins Internet ab. Innenstädte würden weniger stark frequentiert, und die Gewinnspannen gingen zurück. Außerdem leide Kaufhof darunter, dass die meisten Konkurrenten im Gegensatz zum Kölner Traditionsunternehmen ihre Mitarbeiter schon lange nicht mehr nach dem Flächentarifvertrag bezahlten.

Stimme Ver.di nicht zu, so die Argumentation der Kaufhof-Geschäftsführung, drohe die Insolvenz. Dann müssten mehrere Tausend Arbeitsplätze abgebaut und Standorte geschlossen werden. Die wirtschaftlichen Aussichten für 2018 schätzt der Konzern noch schlechter ein als für 2017.

Galeria Kaufhof war im September 2015 von der Metro AG an die kanadische Hudson's Bay Company (HBC) verkauft worden. Erste Hinweise auf mögliche Probleme bei dem Kölner Traditionsunternehmen hatte es bereits im Juli gegeben, als der Kreditversicherer Euler Hermes überraschend die Kreditlimits für Kaufhof-Lieferanten spürbar reduzierte.