Die russischen Medienunternehmen RT und Sputnik dürfen künftig nicht mehr auf dem Kurznachrichtendienst Twitter werben. Die Entscheidung gehe auf Untersuchungen zur US-Präsidentschaftswahl 2016 und die Einschätzung der US-Geheimdienste zurück, wonach beide Medien versucht haben sollen, "im Auftrag der russischen Regierung die Wahl zu beeinflussen", teilte Twitter mit.

RT (vormals Russia Today) und Sputnik könnten aber weiterhin Twitter-Nutzer bleiben, betonte der Internetkonzern. In den vergangenen Jahren von den beiden Medien für Werbung gezahlte Beträge sollen für unabhängige Forschung zur Twitter-Nutzung gespendet werden.

RT ist ein Fernsehsender, der sich an Zuschauer außerhalb Russlands richtet und vom russischen Staat finanziert wird. Sputnik ist ein Nachrichtenportal, das seine Inhalte ebenfalls vor allem an Nutzer außerhalb Russlands richtet und 2014 von einem staatlichen Medienunternehmen gegründet wurde. RT und Sputnik stehen seit Jahren in der Kritik, über ihre Kanäle vor allem Propaganda für den Kreml zu machen. Sie selbst bestehen jedoch auf ihrer Unabhängigkeit.

RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan kritisierte die Entscheidung von Twitter als "höchst bedauerlich". Sie erhob auch schwere Vorwürfe gegen das US-Unternehmen: "Ich hätte nie gedacht, dass Twitter von den US-Geheimdiensten kontrolliert wird. Aber jetzt hat Twitter es selbst zugegeben." Simonjan warnte, US-Medien dürften nun in Russland Vergeltungsmaßnahmen zu spüren bekommen.

Nach der US-Präsidentschaftswahl im vergangenen November war deutlich geworden, dass russisch finanzierte Inhalte in Onlinenetzwerken gezielt platziert wurden, um die Wahl zugunsten des Rechtspopulisten Donald Trump zu beeinflussen. Twitter sowie Facebook bestätigten, russisch finanzierte Inhalte entdeckt zu haben. Im vergangenen Monat hatte Twitter publik gemacht, rund 200 mit Russland in Verbindung stehende Konten gesperrt zu haben. Die Regierung in Moskau weist die Vorwürfe zurück.