Der Windkraftanlagenbauer Siemens Gamesa will in den kommenden drei Jahren bis zu 6.000 Arbeitsplätze in 24 Ländern abbauen. "Unser Geschäftsergebnis ist noch nicht auf dem Niveau, das wir anstreben", sagte der Vorstandschef Markus Tacke. Vor allem sechs Länder, darunter Deutschland, sind von dem Abbau betroffen. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern sollen unverzüglich beginnen, hieß es in einer Mitteilung.

Zuvor hatte das Unternehmen bekannt gegeben, nur 700 Stellen zu streichen. Der nun verkündete Stellenabbau betrifft jeden fünften der insgesamt 26.000 Angestellte. Mit den Entscheidungen reagiere die Siemens-Tochter auf sich verändernde Marktbedingungen. Der Preisdruck sei zuletzt gestiegen, das Unternehmen erwarte einen Umsatz- und Gewinneinbruch. Für das Geschäftsjahr 2017/18 kalkuliert Siemens Gamesa mit einem Umsatzrückgang auf 9,0 bis 9,6 Milliarden Euro, das wären bis zu zwei Milliarden weniger als zuletzt.

Wechsel im Vorstand

Das Unternehmen ist aus dem Zusammenschluss des Windenergiegeschäfts von Siemens mit dem spanischen Konkurrenten Gamesa entstanden. Siemens hält 59 Prozent an Gamesa, zweitgrößter Aktionär ist der spanische Versorger Iberdrola. Seit der Fusion im April ist der Umsatz um zwölf Prozent eingebrochen.

Vor zwei Wochen musste das Unternehmen die Prognosen bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten korrigieren. Daraufhin war unter anderem der Finanzchef gegen einen Siemens-Mann ausgetauscht worden. Vorstandschef Tacke wird wohl bleiben. Er war kurz nach dem Fusion aus der Windkraftsparte von Siemens an zu dem Unternehmen gewechselt und will im Februar 2018 seine neue Strategie vorstellen.

"Wir sind der Ansicht, dass die geplanten Restrukturierungsmaßnahmen bei Siemens Gamesa notwendig sind, da sich sowohl das Markt- als auch das regulatorische Umfeld strukturell verändert", sagte ein Sprecher von Siemens. Zusammen mit dem Wechsel im Vorstand sei das "ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um eine führende und wettbewerbsfähige Position in der Branche zu erhalten".