Nach überraschenden Einbußen im letzten Quartal des Jahres will Hennes & Mauritz (H&M) Geschäfte schließen und den Onlinehandel weiter ausbauen. Weil die Umsätze zuletzt vor allem in den Läden schlechter ausfielen als erwartet, kündigte der Konzern an, den stationären und den Onlinehandel schneller miteinander zu verzahnen als geplant.

Auch das Ladenportfolio soll überprüft werden, was zu mehr Schließungen und weniger Neueröffnungen führen wird. Nähere Angaben dazu machte H&M zunächst nicht. Zudem will das Unternehmen seine Produktpalette überarbeiten und künftig noch stärker mit der chinesischen Onlinehandelsplattform Alibaba kooperieren.

Analysten hoffen, dass das Unternehmen im Februar Details zu seinen Plänen veröffentlicht. Sie hatten damit gerechnet, dass H&M im letzten Quartal 2017 etwa 53,9 Milliarden Schwedische Kronen Umsatz machen würde. Stattdessen meldete das Unternehmen nur 50,4 Milliarden Umsatz ohne Mehrwertsteuer, was rund 5,1 Milliarden Euro entspricht. Das liege erheblich unter den eigenen Planungen, erklärte H&M.

Das Unternehmen bezeichnete das Marktumfeld mit der Verlagerung hin zum Onlinehandel als schwierig. Wie andere Modehändler mit Filialnetz kämpft auch H&M mit einem veränderten Kundenverhalten durch die Ausbreitung des Onlinehandels. Zudem erhöhen Konkurrenten den Druck mit günstiger, rasch wechselnder Mode. Sie reagieren zurzeit schneller auf den Umbruch in der Branche.

Die Schweden hatten Anfang des Jahres angekündigt, den Fokus ebenfalls verstärkt auf den Internethandel legen zu wollen, und lancierten eine Reihe von Onlineshops. Früheren Angaben zufolge macht das Onlinegeschäft rund ein Drittel des Umsatzes aus. Gleichzeitig jedoch wollte H&M auch sein Filialnetz erheblich ausbauen. Dieses Vorhaben wird nun gebremst.