Kaum Auswirkungen des Pilotenstreiks In Deutschland haben die Warnstreiks bei Ryanair kaum Auswirkungen auf die Passagiere gehabt. Ausfälle habe es nicht gegeben aber es seien mehrere Flüge verspätet gestartet. © Foto: Reuters TV

Der kurzfristige Pilotenstreik bei Ryanair hat zu keinen größeren Störungen im Flugbetrieb geführt. Einige Flieger seien verspätet abgehoben, ausgefallen sei keiner, sagte ein Sprecher der Berliner Flughäfen. "Unterm Strich gibt es keine signifikanten Auswirkungen." Ryanair selbst wollte sich zu den Folgen des Piloten-Warnstreiks nicht äußern.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte Festangestellte unter den rund 400 Ryanair-Piloten in Deutschland zu Warnstreiks bei 16 Flügen zwischen 5 und 9 Uhr aufgerufen. Ryanair habe über Nacht nicht fest angestellte und ausländische Piloten geholt und eingesetzt, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Am Flughafen Berlin-Schönefeld verzögerte sich laut Ryanair-Website ein Flug, ebenso in Frankfurt, Karlsruhe und Nürnberg. In Düsseldorf hatten vier Flüge Verspätungen zwischen einer halben und vier Stunden. Auch in Frankfurt-Hahn waren vier Flüge im Streikzeitraum verspätet sowie ein weiterer, der später abheben sollte. In Köln war ein Ryanair-Flieger im Streikzeitraum um zehn Stunden verspätet, außerdem wurden zwei kleine Verspätungen nach dem Streik angezeigt.

Keine weiteren Streiks über Weihnachten

Die Vereinigung Cockpit wertete den ersten Streik in der Unternehmensgeschichte dennoch als Erfolg. "Die Streikbeteiligung ist absolut zufriedenstellend", sagte der Gewerkschaftssprecher. Der Druck bei der irischen Airline sei groß. 

"Das Ziel heute war nicht gewesen, möglichst viel Durcheinander im Flugplan zu kriegen", sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Ilja Schulz im ZDF-Morgenmagazin. Stattdessen habe man Ryanair zeigen wollen, dass die Piloten auch bereit sind, jetzt für ihre Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Ein Großteil der Ryanair-Piloten sei nicht fest beim Unternehmen angestellt. "Diese Leute hatten wir bewusst gar nicht zum Streik aufgerufen. Von daher ist es klar, dass ein Teil der Flüge rausgeht", ergänzte Schulz. 

Weitere Streikaufrufe werde es bis einschließlich zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember) nicht geben. Wie es dann weitergehe, hänge davon ab, ob Ryanair bereit sei, mit der Gewerkschaft auf Augenhöhe zu verhandeln. Falls das Unternehmen die Zusammensetzung der Tarifkommission weiterhin nicht akzeptiere, müsse über eine Eskalation des Arbeitskampfes nachgedacht werden.

Ryanair kritisiert Mitglieder der Tarifkommission

Kern des Konflikts ist die bisher noch fehlende Anerkennung gewerkschaftlicher Vertreter bei Ryanair. Am Mittwoch waren nach Darstellung der Vereinigung Cockpit erste Sondierungsgespräche über einen Tarifvertrag nicht zustande gekommen, weil Ryanair zwei der fünf in Dublin anwesenden Gewerkschaftstarifkommissionsmitglieder als Verhandlungspartner abgelehnt habe. Man lasse sich von der Fluglinie nicht vorschreiben, mit wem sie verhandeln wolle, sagte Schulz. Dies gelte auch für die vom Unternehmen angebotene Gesprächsrunde am 5. Januar in Frankfurt.

Ryanair teilte mit, die Gewerkschaftsvertreter seien nicht von Ryanair-Piloten gewählt worden. Außerdem sei unter den Verhandlern ein ehemaliger Pilot, der sich in einem Rechtsstreit mit Ryanair befinde. Deshalb habe die Fluglinie Verhandlungen mit dieser Tarifkommission abgelehnt. Das Unternehmen hält an dem Gesprächstermin im Januar fest.

Die Piloten organisieren ihre Aktionen europaweit. Der vierstündige Warnstreik ist aber auf die deutschen Standorte beschränkt. Nach Angaben der Vereinigung Cockpit gibt es bereits in Irland, Portugal, Spanien, Italien, den Niederlanden, Schweden und Deutschland öffentlich bekannt gemachte Tarifkommissionen. In Irland hat Ryanair die dortige Gewerkschaft Impact schriftlich als Interessenvertretung anerkannt.