Die Discounter Aldi Süd und Aldi Nord wollen ihre Zusammenarbeit im Einkauf und Marketing in Deutschland ausbauen. Die beiden Ketten arbeiteten "kontinuierlich an einer Optimierung dieser seit jeher gepflegten und etablierten Kooperation", teilten Aldi Süd und Aldi Nord in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Discounter reagierten damit auf einen entsprechenden Bericht des Manager Magazins. Die beiden Unternehmen teilten mit, man arbeitete als Schwesterunternehmen traditionell schon immer sehr eng zusammen. Diese Zusammenarbeit werde seit Jahren intensiviert. Ziel sei es, die Marktposition zu festigen. 

Das Wirtschaftsmagazin hatte berichtet, dass in einem ersten Schritt bestimmte Waren gemeinsam beschafft werden sollen. Danach könne eine gesellschaftsrechtliche Verflechtung der Einkaufsabteilungen erfolgen. Die Kooperation könnte demnach aber noch weiter gehen: Selbst eine gesellschaftsrechtliche Verschmelzung der beiden Unternehmen zu einem Konzern werde nicht ausgeschlossen, berichtete das Magazin, das aus einem Protokoll einer Sitzung hochrangiger Aldi-Manager zitierte: "Perspektivisch sollte dann auch über weitere organisatorische Schritte der Kooperation nachgedacht werden." 

Pläne für einen solchen unternehmerischen Zusammenschluss bestritten beide Unternehmen: "Eine Fusion ist weder aus der Kooperation folgend noch aus sonstigen Überlegungen geplant oder beabsichtigt", hieß es in der Mitteilung.

Als gemeinsames Unternehmen gewertet

Aus dem Ausbau der Zusammenarbeit folgt laut beiden Unternehmen auch keine Personalabbau. Vielmehr benötigten beide Unternehmen wegen ihres Wachstums weiterhin Fachkräfte. Aldi Süd beschäftigt in Deutschland mehr als 43.000 Menschen, bei Aldi Nord sind es über 35.000 Mitarbeiter. 

Die Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht hatten 1961 ihr gemeinsames Unternehmen in zwei selbstständige Firmen – Aldi Nord und Aldi Süd – aufgeteilt. Der "Aldi-Äquator", der die beiden Discount-Imperien trennt, verläuft quer durch Deutschland vom Niederrhein über Hessen an der bayerisch-thüringischen Grenze entlang bis zum Süden Sachsens. Das Bundeskartellamt bewertet Aldi Nord und Aldi Süd aufgrund der gemeinsamen historischen Vergangenheit und der nach wie vor unangetasteten Gebietsaufteilung schon heute als "verbundene Unternehmen".