Der US-Waffenhersteller Remington Outdoor Company hat einen Antrag auf Gläubigerschutz und damit Insolvenz angemeldet. Der Grund sind hohe Schulden und sinkende Nachfrage nach Pistolen und Waffen.

Ausgerechnet seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten leidet die amerikanische Waffenindustrie unter sinkenden Verkäufen. Dabei ist Trump selbst ein Waffenfreund und seine Politik sollte eigentlich der Branche nutzen. 

Unter Obama stieg die Nachfrage nach Waffen

Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall: Nach Einschätzung von Fachleuten hat die US-amerikanische Bevölkerung kaum Sorge davor, dass Waffengesetze unter Trump strenger reguliert werden könnten. Und genau das führe zu weniger Nachfrage, weil sich die Kundschaft mit beabsichtigten Waffenkäufen Zeit lasse. Das war unter Trumps Vorgänger, dem Demokraten Barack Obama, noch anders: Wegen der Aussicht auf strengere Regulierung hatte sich die Bevölkerung während seiner Präsidentschaft regelrecht mit Waffen und Pistolen eingedeckt, die Nachfrage war in dieser Zeit stark gestiegen.

Für die Insolvenz von Remington allerdings spielten noch andere Gründe eine Rolle: Das seit 1816 bestehende Unternehmen gehört der Beteiligungsgesellschaft Cerberus. Diese hatte das Unternehmen 2007 gekauft, suchte aber schon seit Jahren vergeblich nach einem Käufer. Denn Remington hat hohe Schulden, nachdem der Waffenhersteller wegen angeblich defekter Gewehre und wegen des Schulmassakers in Sandy Hook im Jahre 2012 verklagt wurde, bei dem unter anderem ein Sturmgewehr des Herstellers eingesetzt wurde. Cerberus hatte danach angekündigt, Remington verkaufen zu wollen.

Im Rahmen der Insolvenz soll das Unternehmen nun von Kreditgebern übernommen werden. Der Betrieb werde nicht gestört, Rechnungen und Löhne würden weiterbezahlt, versicherte der Konzern. 

Auch die Waffenfirma Colt durchlief Insolvenz

Der Schritt sei Teil eines mit Banken und Investoren vereinbarten Abkommens. Der Rettungsplan soll die Schulden um 700 Millionen Dollar senken und über hundert Millionen Dollar an neuem Kapital zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs aufbringen.

Chef von Cerberus ist Stephen Feinberg, ein prominenter Unterstützer Trumps. Remington sitzt in Madison, North Carolina, und ist mit rund 3.500 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einer der größten US-Hersteller von Munition und Schusswaffen.

Unter den gefallenen Verkaufszahlen seit dem Regierungswechsel leiden auch andere große Hersteller wie beispielweise Smith & Wesson oder Sturm, Ruger und Co. Von 2015 bis 2016 hatte mit Colt bereits eine andere traditionsreiche US-Waffenfirma ein Insolvenzverfahren durchlaufen.