Der Konzern Volkswagen kam schon 2016 in internen Analysen zu dem Schluss, dass der nachträgliche Einbau einer Abgasnachbehandlung in sieben von zehn Fällen möglich sei. Viele Experten sehen in dieser – von der Industrie abgelehnten – Technik eine entscheidende Möglichkeit, um Dieselfahrverbote zu verhindern. 

In einer vertraulichen Präsentation der Konzernentwicklung, die der ZEIT vorliegt, heißt es: Bei rund 70 Prozent der Fahrzeuge sei eine entsprechende Abgasanlage "aus dem Baukasten im Unterboden einsetzbar". Zu diesen Autos zählten die VW-Modelle Passat und Golf, der Audi A3 und der Škoda Octavia. Für 30 Prozent der Modelle, darunter Audi A4/A5 und VW Polo, sei eine "Neuentwicklung" der sogenannten SCR-Abgasreinigung erforderlich. Noch am Dienstag dieser Woche betonte VW-Chef Matthias Müller, er halte Hardware-Nachrüstungen für "nicht sinnvoll". 

Laut der VW-internen Untersuchung hatte Volkswagen die Bauteile für die Umrüstung zum Großteil selbst im Angebot. Dazu zählen Teile für die Abgasanlage und Sensoren. Die Umrüstung hätte in diesem Jahr starten können. Auf Anfrage teilt Volkswagen mit, dass es sich vermutlich um eine Analyse handele, in der es "rein um die mechanische Einbaubarkeit" verschiedener Teile zur Abgasnachbehandlung ging. Heute sei "eine akzeptable Produktreife der Hardware-Nachrüstung kurzfristig nicht darstellbar".

VW-Jahrespressekonferenz - Volkswagen-Chef kündigt »weltweit größte Elektroflotte« an Auf der VW-Jahrespressekonferenz zieht Konzernchef Müller eine positive Bilanz über das Geschäftsjahr. Er versprach massive Investitionen in die Elektromobilität an. © Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa