Knapp sechs Monate nach Bekanntwerden der VW-Abgasaffäre tritt der US-Chef von Volkswagen mit sofortiger Wirkung zurück. Michael Horn verlasse das Unternehmen, um sich anderen Aufgaben zuzuwenden, teilte Volkswagen mit. Die Hintergründe für den Rückzug Horns blieben zunächst unklar. Für eine Stellungnahme war der 54-Jährige nicht erreichbar.

Der Präsident des Rates der VW-Händler in den USA, Alan Brown, sagte, er habe mit Horn in den vergangenen drei Tagen mehrfach über den bevorstehenden Rückzug gesprochen. VW habe Horn andere Jobs außerhalb der USA angeboten, was Horn aber abgelehnt habe.

Hinrich Woebcken, der seit kurzem bereits in leitender Funktion für die Region Nordamerika verantwortlich ist, übernehme Horns Tätigkeiten zunächst übergangsweise, heißt es in der Mitteilung von Volkswagen. Horn hatte den Spitzenjob erst im Januar 2014 angetreten.

USA weiten Ermittlungen aus

In seine Amtszeit des fiel das Bekanntwerden der Affäre um manipulierte Abgaswerte, die den Konzern in eine schwere Krise führte. Der ehemalige Konzern-Chef Martin Winterkorn war bereits im September zurückgetreten, wenige Tage zuvor hatte das US-Umweltamt EPA den Skandal publik gemacht. VW hatte daraufhin den Einsatz einer illegalen Software zugegeben, durch die Stickoxid-Werte von Dieselautos nur auf dem Prüfstand eingehalten werden.

Weltweit sind von dem Betrug rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Auf den Konzern könnte Schadenersatzforderungen und Strafzahlungen in Milliardenhöhe zukommen. Zuletzt war bekannt geworden, dass in den USA die Ermittlungen gegen VW ausgeweitet werden. Unter anderem geht es auch um Steuerbetrug.