Pünktlich zur Adventszeit beginnt für die Forstindustrie das Hauptgeschäft. Rund 15 Prozent ihres Jahresumsatzes macht der Handel mit Christbäumen aus. 27 Millionen Bäume im Wert von 500 Millionen Euro haben die Deutschen im vergangenen Jahr gekauft und in diesem Jahr könnten es noch eine Million Bäume mehr sein. Denn die geschmückten Tannen sind hierzulande geliebt – trotz Wirtschaftskrise und klammen Portemonnaies. "Der Trend geht zum Zweitbaum", sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Holzindustrie.

Auf Plantagen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen stellen sich Förster bereits auf die steigende Nachfrage ein. Sie züchten vor allem Nordmann-Tannen, den Klassiker unter den Christbäumen. Die beliebte Sorte hält besonders lange ihre Nadeln und ist deshalb in den Wohnzimmern besonders begehrt, aber auch doppelt so teuer wie die früher populären Fichten.

Durchschnittlich 20 Euro zahlten die Deutschen im vergangenen Jahr für eine Nordmann-Tanne, dabei soll es auch zu diesem Weihnachtsfest bleiben. Die Preise könnten nach Prognosen des Verbandes sogar leicht unter denen des Vorjahres liegen. Denn nach den heißen Temperaturen 2003 sind die Bäume im milden vergangenen Sommer kräftig gewachsen.

Etwas preiswerter als die heimischen Gewächse sind importierte Weihnachtsbäume. Ein Drittel der Tannen stammt aus Dänemark und zunehmend auch aus Osteuropa. Allerdings variieren die Preise je nach Vertriebsweg. "Baumärkte und Gartencenter bieten Bäume zu niedrigeren Preisen an als der Händler um die Ecke", sagt Ursula Geismann. Egal: Trotz billiger Konkurrenz aus dem Norden und Osten kauft die Mehrzahl einen heimischen Baum.

Wer keine Lust verspürt, sich für den Weihnachtsbaumkauf ins Winterwetter zu begeben, dem kann das Internet helfen. Nicht nur die Geschenke, auch die Christbäume können mittlerweile bei einer Vielzahl von Anbietern von zu Hause geordert werden.