Energieversorgung der Zukunft Nicht kleckern, sondern klotzen
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Die Städteplaner wollen die absolute Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen

Noch ein weiteres Vorzeigeprojekt lokaler Energieunabhängigkeit zerschmetterte Miles vor den Kongressteilnehmern: Die Wohnsiedlung des Projekts Beddington Zero Energy Development (Bed Zed). Sie wurde mit so vielen Solarzellen ausgestattet, dass sie Elektrizität ins Stromnetz zurückspeisen kann. Dass so ein Bauvorhaben viel Geld kostet, und nur Modellcharakter haben kann, versteht sich von selbst. Dass BedZed Bewohnern wie Bauherren seit 2002 hohe finanzielle Verluste beschert, erstaunte jedoch selbs Miles, dessen Firma die Siedlung mitgeplant hatte.

Diese Erfahrungen bringen Miles zu seinem Plädoyer für das internationale Großprojekt, aller Vorbelastungen zum trotz. Nur mit gigantischen Solaranlagen in Äquatornähe, mit Erdwärmenutzung und Gezeitenkraftwerken wäre eine Energieversorgung auch in mehr als 100 Jahren möglich. Wenn dieses Problem gelöst ist, könne auch eine Weltbevölkerung von mehr als zehn Milliarden Menschen komfortabel auf der Erde leben. Grenzenlose kostengünstige Energie wäre der Schlüssel zur Meerwasserentsalzung und damit zur Nahrungsmittelproduktion.

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Wer trotzdem an der Vorstellung der individuellen Energieunabhängigkeit hängt, kann sich am Plusenergiehaus der Technischen Universität Darmstadt erfreuen, das ebenfalls auf dem Kongress vorgestellt wurde. Die Studenten der dortigen Architekturfakultät planten und bauten den siegreichen Beitrag zum Solar-Decathlon-Wettbewerb 2007 der US-Energiebehörde. Nicht nur Betrieb, auch Materialwahl und Bauprozess des Hauses wurden auf geringen Verbrauch hin optimiert. Die mit Solarzellen bestückten Fassadenlamellen schaffen eine positive Energiebilanz in allen Umweltbedingungen. Momentan befindet sich ein Nachbau auf einer Ausstellungsreise durch Europa. Es ist noch bis zum 30. September am Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof zu besichtigen.
 

 
Leser-Kommentare
  1. die "lokale Energieversorgung" ... "auf dem Kongress" ... "mit Skepsis" sehen?
    Oder wen erhoffen sie sich als ihre künftigen Geldgeber?
    Gibt es darüber Informationen?

    • otto_B
    • 14.09.2009 um 21:45 Uhr

    Ein Gelaber dieser Art ist nur schwer auszuhalten. Man muß zu solchen Kongressen nicht hingehen, eigentlich solche Artikel auch nicht lesen. Schade nur, daß Ergüsse dieser Art erstmal den Adel des Zeitgeistes einheimsen, und dieses Millieu offensichtlich auch gut finanziert ist. Man ist ja grün, und es geht um nichts weniger als die Rettung der Welt. Da hat man das auch verdient.
    Daß die irdische Existenz schwierig werden wird, diese Erfahrung machten bereits Adam und Eva bei der Vertreibung aus dem Paradies.
    Mit der Erkenntnis der Endlichkeit fossiler Kohlenwasserstoffe, und vielleicht auch der begrenzten Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre für Kohlendioxid, scheinen wir wieder an einem ähnlichen Punkt angekommen zu sein. Unsere Nachkommen (sofern welche zu haben uns vergönnt sein sollte) werden mit den gegebenen Situationen schon irgendwie umgehen.
    Ob diese selbstgerechten akademischen Millieus, deren wesentliche Fähigkeit im Verbraten von Steuermitteln und Werbeetats besteht, da irgendwas Brauchbares beisteuern, wage ich zu bezweifeln.
    Daß Stauseen verschlammen können, und daß Photovoltaik teuer ist, davon hab ich auch schonmal was gehört - auch ohne auf Kosten des Steuerzahlers bei solchen Veranstaltungen gewesen zu sein.

  2. Wenn auch die Energiekonzerne und die Planer von Großkraftwerken es nicht gerne sehen, aber die Zukunft der Energieversorgung ist dezentral. Es ist für regionale Energieversorger billiger den Strom aus Windkraft zu erzeugen als ihn teuer bei Großerzeugern einzukaufen. Für jeden Hausbesitzer weltweit ist es in 5 Jahren billiger den Strom aus Fotovoltaik selbst zu erzeugen, als in einzukaufen. Der Umbruch auf dem Energiemarkt ist nicht aufzuhalten.

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